Auch Gerry Weber zeigt sich wetterfühlig
Der Modekonzern aus Halle/Westfalen hält zwar mittel- und langfristig an seinen Wachstumsplänen fest, muss aber im ersten Halbjahr eine Verlangsamung des Wachstumstempos hinnehmen und korrigiert seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Wegen des winterlicher Wetterkapriolen sank die Flächenproduktivität.
Gerry Weber leidet wie (fast) alle Modehändler unter dem langen Winter
Die Gerry Weber International AG hat im ersten Halbjahr insgesamt einen Umsatzanstieg von 7,4% auf 403,9 Mio. Euro verbuchen können. Im ersten Quartal kletterten die Umsätze um 12%, im zweiten Quartal (Februar – April) fiel der Anstieg mit +3,8% allerdings deutlich geringer aus. Die Verlangsamung des Wachstums ist vor allem auf schwierigen Wetterbedingungen im Kernmarkt Deutschland und dem Rest Europas zuzuschreiben: Während das erste Quartal noch von dem milden Winter belastet war, was den Verkauf von Winterware erschwerte, sorgten der kalte Februar und März für geringere Kundenfrequenz und geringere Umsätze auf vergleichbarer Fläche. Während sich der Retail-Umsatz um 26,1% auf 166,6 Mio. Euro erhöhte, sank der Umsatz im Segment Produktion und Wholesale von 244,0 Mio. Euro auf 237,3 Mio. Euro. Flächenbereinigt musste Gerry Weber einen Umsatzrückgang von 4,1% hinnehmen. Das Umsatzplus ist demzufolge maßgeblich auf die Ausweitung der eigenen Retail-Verkaufsfläche im In- und Ausland zurückzuführen. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres eröffneten Houses of Gerry Weber und Monolabel-Stores um 39 Standorte. Das operative Ergebnis (EBIT) sank von 47,0 Mio. Euro auf 43,3 Mio. Euro. Der Periodenüberschuss rutschte von 31,6 Mio. auf 29.3 Mio. Euro ab.
Angepasste Prognose
Vor dem Hintergrund der recht schwachen Entwicklung im ersten Halbjahr und der Gefahr, dass es auch in der zweiten Jahreshälfte nicht viel besser wird, korrigierte Gerry Weber die Umsatz- und Gewinnprognose nach unten. Statt einem Umsatz zwischen 890 Mio. und 900 Mio. Euro rechnet die Gesellschaft jetzt nur noch mit 860 Mio. bis 870 Mio. Euro. Das EBIT soll aufgrund des geringeren Absatzes und höheren Abschriften statt der ursprünglich prognostizierten 131 Mio. bis 135 Mio. Euro nur noch 120 Mio. Euro betragen. Trotzdem zeigen sich die Westfalen optimistisch, mittel- und langfristig an ihre Wachstumsstrategie anknüpfen zu können.















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