Wolford ohne Holger Dahmen
Neuer Chef gesucht! Nach über 10 Jahren an der Spitze des österreichischen Strumpf- und Womenswear-Anbieters verlässt der Vorstandsvorsitzende das Unternehmen mit sofortiger Wirkung – und auf eigenen Wunsch. Vielleicht fehlte ihm die Kraft, das Unternehmen erneut neu aufzustellen.
Wolford verliert Holger Dahmen
Am Freitag vergangener Woche kündigte CEO Holger Dahmen überraschend an, dass er die Wolford AG zu Ende Januar 2014 verlassen werde. Wie es in der Unternehmensmitteilung heißt, erfolgt der Austritt auf eigenen Wunsch Dahmens, der in Zukunft eine neue externe Herausforderung annehmen will. Der Aufsichtsrat ist bereits auf der Suche nach einem Nachfolger mit „erwiesener Erfahrung in den Bereichen Marketing und Vertrieb von Luxusprodukten“. Bis der gefunden ist, werden die beiden anderen Vorstandsmitglieder Axel Dreher und Thomas Melzer das Unternehmen interimistisch führen, wobei Dreher als Sprecher des Vorstandes agiert.
Obwohl Dahmen in seinen zehn Jahren an der Spitze von Wolford dafür gesorgt hat, dass der angestaubte Strumpf- und Wäschehersteller zum weltweit agierenden Anbieter von Luxusprodukten mutierte, ist es ihm doch verwehrt geblieben, das Unternehmen langfristig profitabel aufzustellen. Die Expansion in neue Produktgruppen wie Ready-to-wear und Oberbekleidung und neue Märkte verlief anfangs gut, doch in der Krise tat sich Wolford schwer, seine teuren Produkte an die Frau zu bringen. Wolford litt wie alle großen europäischen Namen der Branche an einem schrumpfenden (und vielleicht auch einfallslosen) Fachhandel, sinkenden Umsätzen und immer häufiger auftretenden Verlusten. Nachdem im Dezember für das Geschäftsjahr 2013/14 erneut ein Umsatzverlust und ein negatives operatives Ergebnis angekündigt wurden, zog Dahmen – auf welchen Druck auf immer hin – die Reißleine: Das Kernprodukt, d.h. Legwear und körpernahe komplementäre Produkte, sollte wieder fokussiert werden, RTW reduziert und Bademode komplett eingestellt werden. Neueröffnungen sollen nur noch in Toplagen von strategisch wichtigen Märkten eröffnet werden. Beim Zurechtstutzen seines Imperiums wird Holger Dahmen allerdings nicht dabei sein.
Foto: Wolford




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