Umsatzplus im Einzelhandel – unter Vorbehalt
Die Aussichten für den Handel: Sonnig, mit aufziehenden Wolken. Der Handelsverband HDE bleibt bei seiner Umsatzprognose von 1,5 Prozent für das laufende Jahr. Krisen, steigende Benzinpreise und teurere Nahrungsmittel könnten auf die Konsumstimmung drücken.
HDE Prognose: Umsatzentwicklung im Einzelhandel (in Mrd. Euro)
Der deutsche Einzelhandel ist in guter Laune: Die allgemeine konjunkturelle Erholung, steigende Beschäftigtenzahlen und die stabile Verbraucherstimmung wirken sich auch auf die Geschäfte aus. Doch auch wenn die Vorzeichen gut sind wie lange nicht, steht der positiven Entwicklung eine Reihe von Risiken gegenüber, warnte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag auf der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung der HDE-Konjunkturumfrage.
Das letzte halbe Jahr hat den Grundstein für eine gute Geschäftslage gelegt, so dass mehr als zwei Drittel der Handelsunternehmen optimistisch in das Geschäftsjahr 2011 schauen. Der Mode- und Schuheinzelhandel konnte von diesem Trend am stärksten profitieren. Auch die Gewinnsituation hat sich merklich verbessert. Somit sind die Einschätzungen der Händler „so gut wie seit zehn Jahren nicht“. Für das erste Halbjahr 2011 rechnet fast die Hälfte der Einzelhändler (45%) mit steigenden Umsätzen. Nur 16% erwarten rückläufige Umsätze. Diese Einschätzung wird vom HandelsKix, dem neuen HDE-Konjunkturbarometer, bestätigt. Danach konnten 48% der befragten Unternehmen ihren Umsatz im Vergleich zum (zugegebenermaßen noch eher schwachen) ersten Quartal 2010 steigern. Über ein Fünftel der befragten Händler berichtete von stabilen Umsätzen.
Themen wie Japan, Libyen und der Euro-Rettungsschirm sowie steigende Preise für Rohöl und Nahrungsmittel könnten dagegen auf die Konsumstimmung drücken. „Was die Verbraucher wegen der stark angestiegenen Kraftstoffpreise mehr ausgeben müssen, wird ihnen für andere Käufe fehlen. Gegenwärtig wirken sich die gestiegenen Ölpreise aber noch nicht auf den Konsum aus“, sagte Genth. Der HDE erwartet jedoch auch für die Einzelhandels- und Verbraucherpreise „moderate Steigerungen“ von rund 2 Prozent. Bei Non-Food-Preisen soll die Erhöhung bei 1% liegen, während Lebensmittel merklich teurer werden, was auf die Konsumstimmung drücken könnte.
Genths Fazit fiel daher so aus: 2011 wird kein Selbstläufer für den Einzelhandel sein. Man rechne mit einer stabilen, aber keinesfalls überragenden Entwicklung. Daher geht der BTE weiterhin von einem nominalen Umsatzplus von 1,5% aus. Preisbereinigt liegt die Entwicklung damit auf dem Niveau des Vorjahres.





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