Tom Tailor: Bonita pusht Umsatz, aber senkt Ergebnis
Das hanseatische Modeunternehmen ist weiter auf Wachstumskurs und kann die Umsätze im dritten Quartal - auch dank der Bonita-Übernahme - um 60 Prozent steigern. Allerdings wirkte sich der Zukauf negativ auf die Ergebnisseite aus.
Tom Tailor und Bonita: Eine kleine hanseatische Markenfamilie mit enormen Wertsteigerungspotential
Die Tom Tailor AG hat im dritten Quartal 2012 (Juli bis September) aufgrund der erstmaligen Konsolidierung der neuen Tochterfirma Bonita zum 1. August 2012 ein Umsatzplus von 60,8% auf 190,7 Mio. Euro verzeichnen können. Im eigenen Retail setze der Hamburger Konzern 107,9 Mio. Euro um, von denen 50,6 Mio. Euro auf Tom Tailor (+29%) und 57,3 Mio. Euro auf den Damenmode-Filialisten Bonita entfielen. Flächenbereinigt konnte das Tom Tailor Retail-Segment um 16,2% zulegen. Der Wholesale-Umsatz von Tom Tailor verbesserte sich um 4,4% auf 82,8 Mio. Euro. Der Nettogewinn belief sich auf 3,7 Mio. Euro, wobei Bonita für August und September einen Ergebnisbeitrag nach Steuern von 1 Mio. Euro leistete.
Trotz roter Zahlen gute neun Monate
Für die ersten neun Monate ergibt sich ein Umsatzanstieg von knapp 35% auf 398,5 Mio. Euro. Dabei entfielen 136,2 Mio. Euro auf die 283 Tom Tailor Stores. Seit Jahresbeginn wurde die Zahl der eigenen Tom-Tailor-Läden um 35 erhöht. Auf vergleichbarer Fläche erreichte Tom Tailor in den ersten drei Quartalen ein Plus von 14,3%.
Die Ertragslage der gesamten Gruppe war in den ersten neun Monaten durch Einmalaufwendungen für die Bonita-Übernahme, die fortgesetzte Retail-Expansion von Tom Tailor, erhöhte Marketingaufwendungen für einen TV-Spot und die Markteinführung der neuen Linie Tom Tailor Polo sowie einer neuen Beschaffungsstruktur in Asien geprägt. So fiel das berichtigte EBITDA in den ersten neun Monaten von 26,5 Mio. Euro auf 24,7 Mio. Euro. Ohne Sondereffekte erhöhte sich das bereinigte EBITDA allerdings auf 30,9 Mio. Euro. Das bereinigte Periodenergebnis lag nach neun Monaten mit 5,4 Mio. Euro fast auf Vorjahresniveau (5,6 Mio. Euro). Berichtet werden musste allerdings ein Verlust in Höhe von 3,5 Mio. Euro, was vor allem auf die erhöhten Finanzierungskosten für die Bonita-Übernahme zurückzuführen ist.
Optimistisch in die X-mas Saison
Für CEO Dieter Holzer ist die Bonita-Übernahme trotz roter Zahlen der richtige Schritt für die künftige Entwicklung der Unternehmensgruppe gewesen. Mit über 1.250 Stores und zwei etablierten Marken kann nicht nur eine breite Zielgruppe von 0 bis 60 Jahren angesprochen werden, sondern es besteht auch noch Potential für künftige Wertsteigerungen. Deshalb blicken die Hamburger auch optimistisch auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft und rechnen mit einem deutlichen Anstieg bei Umsatz und EBITDA. Der Umsatz soll zwischen 625 und 635 Mio. Euro liegen, das bereinigte EBITDA zwischen 70 und 75 Mio. Euro – vorausgesetzt die Konsumstimmung bleibt stabil.
Foto: Tom Tailor







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