Nach dem Kassensturz folgt die Abrechnung: Der auf Mode und Home-Deko spezialisierte Filialist wird im Rahmen des Schutzschirmverfahrens wohl einige unprofitable Filialen schließen müssen. Dadurch wird das Unternehmen noch attraktiver.

Strauss Innovation war in der Vergangenheit nicht innovativ genug

Die angeschlagene Handelskette Strauss Innovation befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der vorläufige Gläubigerausschuss im Schutzschirmverfahren hat sich auf mehrere Punkte verständigt, die das Unternehmen erfolgreich am Markt positionieren und damit auch möglichst viele Arbeitsplätze erhalten sollen. Mittel- und langfristig soll mehr Rentabilität über die Einnahmenseite erreicht werden, so der Plan von Dr. Hans Peter Döhmen, der seit dem 22. Januar 2014 als Chief Restructuring Officer für das Schicksal von Strauss verantwortlich ist. Insgesamt plant er Unternehmensstrukturen und -prozesse effizienter und flexibler aufzustellen. Gleichzeitig soll Strauss die Kunden mit einem „interessanten Sortiment zu attraktiven Preisen“ überzeugen.

„Wir müssen unsere Einkaufskette modifizieren und optimieren, die MuIti-Channel-Strategie effizient weiterentwickeln, die Einnahmenseite insgesamt deutlich stärken” so Döhmen, der davon überzeugt ist, dass Strauss’ größter Fehler in der Vergangenheit war, zu viel mit Rabatten geworben zu haben. Den noch defizitären, aber strategisch wichtigen Onlineshop will er auf jeden Fall weiter betreiben. Ansonsten nimmt er jeden Kostenblock kritisch unter die Lupe und will mit den jeweiligen Partnern wie Lieferanten, Dienstleistern, Vermietern und Arbeitnehmervertreter mögliche Szenarien und Sanierungsbeiträge erörtern. Der Sanierungsexperte schließt nicht aus, verlustbringende Standorte zu schließen – das muss „konstruktiv-kritisch hinterfragt“ werden, so Döhmer. Auch bei den drei Logistikzentren in Solingen, Berlin und Aschaffenburg muss sondiert werden, ob sie tatsächlich alle gebraucht werden.

Parallel wird der Plan, die Kette an einen Investor zu veräußern weiterverfolgt. Mehr als ein Dutzend Investoren können sich laut Döhmen vorstellen, beim Einzelhändler einzusteigen.