Die Rückkehr des Feinripp: Der Unterwäschehersteller aus Radolfzell am Bodensee ist nach eigenen Angaben solide aufgestellt und sogar wieder profitabel. Die Umsätze steigen und 2011 stand unterm Strich sogar ein zweistelliger Gewinn.

Schiesser Family

Bei Schiesser gibt es wieder allen Grund zum Lachen: Das Unternehmen ist schuldenfrei und schreibt schwarze Zahlen

Die Schiesser AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Unternehmen hat 12 Mio. Euro Gewinn gemacht, das sagte Vorstandschef Rudolf Bündgen gegenüber der Schwäbischen Zeitung. Die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft – Unterwäsche und Schlafanzüge – habe seiner Meinung nach die Wende gebracht. Auch im laufenden Jahr geht es trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter bergauf: Medienberichten zufolge sollen die Umsätze im ersten Halbjahr 2012 mit 132 Mio. Euro 8% über dem Vorjahr liegen. Kein Wunder also, dass der frühere Insolvenzverwalter und ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Volker Grub erklärte, dass man Schiesser „in so hervorragender Verfassung“ an den neuen Investor Delta Galil übergeben habe.

Seit dem 2. Juli ist Schiesser Teil der israelischen Delta Galil-Gruppe, die das Unternehmen im Mai gekauft hatte. Der Konzern stattete Schiesser mit 68 Mio. Euro aus, die zur vollständigen Befriedigung aller Gläubigerforderungen aus dem Insolvenzplan genutzt werden. Mittlerweile ist Schiesser komplett schuldenfrei. Bündgen erklärte auch, dass die Zusammenarbeit mit Delta Galil gut funktioniere. Die Israelis ließen ihrer neuen deutschen Tochter viel Freiraum. Es gäbe auch – anders als es in den Medien kommuniziert werde – keine großen Überschneidungen bei den Produkten. „Delta ist völlig anders aufgestellt. Die richten sich am Handel aus, wir am Endverbraucher“, so Bündgen. Allerdings gebe es Synergien bei der Beschaffung, eine gemeinsame Produktion sei aber nicht geplant.

Foto: Schiesser