Gerry Weber setzt weiter auf Retail
Nachdem der in Eigenregie geführte Handel den Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 auf ein Pari gerettet hat, soll der Vertriebskanal auch im neuen Geschäftsjahr weiter im Fokus der Westfalen stehen. Aber auch andere Themen beschäftigen den neuen CEO Ralf Weber.
Die milden Temperaturen in diesem Winter sorgen auch bei Gerry Weber für höhere Abschriften
Die Gerry Weber International AG bekräftigt ihre internationale Wachstumsstrategie. Das Unternehmen bestätigte heute die bereits Ende Januar bekanntgegebenen vorläufigen Zahlen. Danach blieb der Umsatz mit 852,1 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau, wobei das Wholesale-Segment einen Umsatzrückgang von mehr als 8% auf 447,2 Mio. Euro hinnehmen musste. Dank Flächenexpansion um insgesamt 14.000 Quadratmeter und einem (verhältnismäßig soliden) flächenbereinigten Zuwachs von 1,7% konnte der Retail-Kanal dagegen ein Plus von 11,3% auf 404,9 Mio. Euro dagegensetzen. Trotz des Umsatz-Paris verbesserte sich die Rohertragsmarge deutlich von 53,7% auf 57,4%. Das EBTDA lag mit 134,2 Mio. Euro knapp 7 Mio. über dem Vorjahr. Das EBIT verbesserte sich um 2,9% auf 108,9 Mio. Euro, während sich der Jahresüberschuss mit 71,4 Mio. Euro leicht über dem Vorjahresniveau einpendelte.
Für das laufende Jahr zeigt sich Gerry Weber durchaus optimistisch – und angriffsbereit:
- Der Retail-Bereich gilt als zukünftiger Wachstumstreiber. Jährlich +10% mehr Fläche ist die Maxime. Dabei liegen die Schwerpunkte der weiteren Vertikalisierung aktuell vor allem in den europäischen Nachbarländern sowie in Nordamerika. Allein in diesem Jahr hat Gerry Weber in Kanada acht neue Houses of Gerry Weber eröffnet.
- Die ersten beiden Quartale des laufenden Geschäftsjahres (November 2014 bis April 2015) waren und sind von höheren Rabatten geprägt, die sich negativ auf die Bruttomarge auswirken. Frequenzrückgänge, die Russland-Krise und andere unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen beeinträchtigen die Nachfrage im In- und Ausland. Die zunehmende Vertikalisierung soll die Antwort darauf sein.
- Gleichzeitig steht die Integration der Modekette Hallhuber, für deren Übernahme die Kartellbehörden Anfang Februar grünes Licht gegeben hatten, auf der Agenda des frisch gebackenen CEOs Ralf Weber. Der Sohn von Firmengründer Gerhard Weber wurde am Dienstag vom Aufsichtsrat einstimmig zum neuen CEO ernannt. Insbesondere in der Beschaffung und in der Logistik sollen Gerry Weber und Hallhuber enger kooperieren. Hallhuber soll aber weiterhin als eigene Marke am Markt agieren.
Vom Wholesale geprägten Modeanbieter hin zum verstärkt vertikal ausgerichteten Lifestyle-Unternehmen soll sich Gerry Weber verändern, sagt Neu-CEO Ralf Weber
„Mit der konsequenten Umsetzung unserer Expansions- und Vertikalisierungsstrategie sowie mit der Hallhuber Akquisition haben wir gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, auch zukünftig profitabel zu wachsen. Das Gerry Weber Management sieht das Geschäftsjahr 2014/15 eher als Jahr der Konsolidierung, bevor der nächste große Wachstumsschritt gemacht werden kann“, so Ralf Weber. Konkret rechnet Gerry Weber mit einem Umsatz zwischen 860 und 880 Mio. Euro. Gemeinsam mit Hallhuber soll ein Konzernumsatz zwischen 970 Mio. und 1 Mrd. Euro erreicht werden. Das EBITDA soll sich auf 138 bis 143 Mio. Euro belaufen, zuzüglich eines leicht positiven Effektes aus der Hallhuber Einbeziehung zwischen 10 und 14 Mio. Euro. Das EBIT soll sich zwischen 110 und 115 Mio. Euro, einschließlich des Hallhuber-Ergebnisbeitrags zwischen 118 und 126 Mio. Euro.
Foto: DW // Gerry Weber International AG







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