Der Boom mit den Anleihen hält weiter an: Nun besorgt sich auch der unterfränkische Premium-Modeanbieter 15 Mio. Euro an der Frankfurter Börse. Mit dem Geld sollen Schulden abgelöst werden und Stores eröffnet werden.

Rene Lezard will rund 3 Mio. Euro in neue und bestehende Stores sowie den Wholesale-Kanal investieren

Nach dem MBO sucht René Lezard nun neue Finanzierungswege für die zweite Wachstumsphase und begibt noch diese Woche eine Unternehmensanleihe an der Frankfurter Wertpapierbörse. Bis zu 15 Mio. Euro will das Unternehmen aus Schwarzach damit erlösen. Die Anleihe hat einen Zinssatz von 7,25% p.a. und läuft fünf Jahre.

Refinanzierung, Markenstärkung und neue Läden

Der Großteil des Geldes, rund 7,5 Mio. Euro, sollen für die Umstellung auf langfristigere Kredite verwendet werden. Für die Stärkung des Markennamens, u.a. durch klassische Werbemaßnahmen und Aktionen am PoS, sollen weitere 3,8 Mio. Euro investiert werden. Mit den verbleibenden 3 Mio. Euro soll die Expansion im In- und Ausland forciert werden. So plant das Unternehmen bestehende Shops zu modernisieren und neue Läden oder selbstbewirtschaftete Flächen wie Depots zu eröffnen, den Wholesale-Kanal zu stärken und den Onlinehandel auszubauen.

Wachstumsphase 2

Mit diesen Maßnahmen will man in die “zweite Wachstumsphase” einsteigen und damit die Voraussetzungen für die Lizensierung der Marke in ausgewählten Bereichen zu schaffen: „In den letzten Jahren haben wir René Lezard konsequent strategisch neu ausgerichtet. Wir haben die Prozesse verändert und darauf aufbauend die Kostenstruktur im Unternehmen erheblich verschlankt. Weiterhin wurde die Marke mit gezielten Maßnahmen geschärft, die Kollektion erneuert und mehr als zehn eigene Stores und Factory Outlet Center in den letzten vier Jahren eröffnet, die sich insgesamt sehr erfreulich entwickeln. Damit haben wir die Voraussetzungen für die profitable Entwicklung in den nächsten Jahren geschaffen. Als nächstes Ziel wollen wir uns breiter finanzieren und den eingeschlagenen Wachstumspfad nachhaltig weiterführen. Die Begebung einer Anleihe ist für uns die ideale Möglichkeit hierzu’, so Heinz Hackl, Sprecher der Geschäftsführung, der seit dem MBO selbst 25% am Unternehmen hält.

Renè Lezard wurde 1978 gegründet und vertreibt Damen- und Herrenoberbekleidung im gehobenen Segment, wobei lässig-elegante Damenmode das Steckenpferd der Schwarzacher sind (60% des Gesamtumsatzes). Von der Creditreform bekam das Unternehmen ein BB-Rating. Die Zeichnungsfrist beginnt am Mittwoch und ähnlich wie bei Eterna, Seidensticker oder Laurèl ist nicht unwahrscheinlich, dass die komplette Anleihe bereits am ersten Tag platziert wird.