„100 Dollar im Monat reichen nicht!“ – Die Textilarbeiter in dem südostasiatischen Staat gehen auf die Straßen der Hauptstadt Phnom Penh und fordern einen höheren Mindestlohn. Nun endlich wollen sie das Geld, was schon seit Jahren versprochen wurde.

Sie gehen für einen höheren Mindestlohn auf die Straße: Arbeiter/-innen aus Kambodscha

Sie bekommen 100 Dollar für bis zu 60 Stunden Arbeit und das auch noch unter schlechten Arbeitsbedingungen – in vielen Fabriken gibt trotz Außentemperaturen von mehr als 30 Grad keine keine Klimaanlagen. Um gegen diese Bedingungen zu protestieren und einen höheren Mindestlohn zu fordern, gingen die Textilarbeiter und Textilarbeiterinnen auf die Straßen der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Sie zogen zur US-Botschaft, zur Vertretung der Europäischen Union und zur Nationalversammlung, um überall Petitionen abzugeben.

Im letzten Jahr vereinbarten Regierung und Gewerkschaften eine Erhöhung des Mindestlohnes auf 160 US-Dollar. Der Haken an der Sache: Die Vereinbarung sollte bis 2018 umgesetzt sein. Die oppositionelle Rettungspartei hatte das Thema Mindestlohn letztes in den Mittelpunkt ihrer Wahlkampagne gestellt und forderte, dass die Veränderung vor 2018 eintreten sollte. Doch bisher hatte sich wenig geändert.

Die aktuellen Proteste zeigen bereits jetzt Wirkung: In den kommenden Tagen will die kambodschanische Regierung einen neuen Mindestlohn festsetzen. Dabei will sie darauf achten, dass die heimische Textilindustrie gegenüber den Hauptkonkurrenten Vietnam und China wettbewerbsfähig bleibt. Mit Auftraggebern wie H&M, Inditex, C&A und vielen anderen westlichen Konzernen ist die Textilwirtschaft mit 5 Mrd. US-Dollar (80% des Gesamtexportes) eine der größten Einnahmequellen des Landes und auch eine der größten Arbeitgeber: über 600.000 Arbeiter sind dort beschäftigt.

Foto: via Flickr / Creative Commons / Nicholas Wang