Bestellung per Mausclick: Die Versandhandelsbranche kann das Jahr 2010 mit einem Rekordumsatz von mehr als 30 Mrd. Euro abschließen, wovon knapp zwei Drittel auf das Online-Geschäft entfallen. Ganz verdrängt ist der gute alte Papierkatalog aber auch nicht.

Onlinehandel

Das Onlinegeschäft boomt ...und boomt ...und boomt

Der Online- und Versandhandel machte in 2010 -wie erwartet – einen Rekordumsatz von 30,3 Mrd. Euro. Das sind 1,2 Mrd. Euro, oder anders ausgedrückt 4,1%, mehr als in 2009. Der stärkste Wachstumstreiber ist auch leicht identifiziert: Der Trend zum Onlinegeschäft ist ungebrochen, mittlerweile werden mehr als 60%, also 18,3 Mrd. Euro, über Bestellungen via PC oder Smartphone erlöst. Im letzten Jahr lag der eCommerce-Anteil noch bei knapp über 50%. Zunehmende Internetaffinität und der verbesserte Zugang mittels mobiler Geräte wird auch in Zukunft das Bestellverhalten beeinflussen, ist sich Thomas Lipke, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) sicher.

Sowohl die Herstellerversender als auch die Internet-Pure-Player (5,73 Mrd. Euro Umsatz) und die Multi-Channel-Anbieter (6,7 Mrd. Euro digitaler Umsatz) generierten mehr Umsatz als im Vorjahr. Mode ist und bleibt, trotz einer Reduzierung von 5,5% auf 12,65 Mrd. Euro, die mit Abstand umsatzstärkste Warengruppe, gefolgt von Medien- und Unterhaltungselektronikartikeln.

Erstaunlich ist, dass der Papier-Katalog in Zeiten des interaktiven Handels seine Relevanz noch nicht vollständig verloren hat. Er wird immer noch von 65% der Kunden als Nachschlagewerk und „Inspirationsquelle“ benutzt, bevor die Bestellung via Internet oder auf anderem Wege abgeschickt wird. Aber bald dürfte der Papierkatalog passé sein und vom elektronischen Katalog abgelöst werden: „Bis vor etwa einem Jahr hatte es für private Kunden immer noch einen Medienbruch zwischen Schauen und Kaufen gegeben. Diesen Effekt lösen nun Tablet-PCs wie das iPad endgültig auf. So bekommt der Katalog ein ganz neues Outfit und lebt in anderer Form neu auf. Mit dem elektronischen Katalog wird Inspirieren und Bestellen mittel- bis langfristig eine Veränderung erfahren, weil man nun KatalogFeelings und Online-Bestellung in einem Medium vereinen kann“, sagt Christoph Wenk-Fischer, bvh-Hauptgeschäftsführer. Auch Social Media Aktivitäten gehören mittlerweile zum Muss, um besser und konkreter auf Kundenwünsche eingehen zu können.

Insgesamt ist der bvh zuversichtlich, dass sich der Erfolg aus 2010 auch in 2011 fortsetzen wird. Das Gesamtversandhandelsvolumen soll in diesem Jahr um 5,5% auf knapp 32 Mrd. Euro klettern, wobei das eCommerce-Volumen mit 15,5% deutlich schneller wachsen wird.

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