Rasanter Strategiewechsel: Der Textildiscounter aus Oberfranken hat seinen Geschäftsführer Michael Krause überraschend beurlaubt. Jetzt führen zwei Sanierungsspezialisten das Unternehmen auf Interimsbasis.

Zu rasant expandiert? Bei NKD zieht man personelle Konsequenzen

Im August 2011 hatte alles so schön begonnen und im Sommer 2012 sollte alles so schön weitergehen: Vor knapp zwei Jahren wurde Michael Krause zum Geschäftsführer des Bindlacher Textildiscounters NKD ernannt. Gut ein Jahr später, als Geschäftsführer Helmut Wirsieg in den Ruhestand ging, rückte Krause zum Vorsitzenden der Geschäftsführung auf. Weniger als ein Jahr danach wurde Michael Krause in der letzten Woche überraschend von seinen Aufgaben befreit und beurlaubt. Als Grund werden „unterschiedliche Auffassungen“ über die Unternehmensausrichtung und den Expansionskurs genannt, berichtet der Nordbayrische Kurier. Während der für den Vertrieb zuständige Geschäftsführer Steffen Rosenbauer im Führungsgremium bleibt, wird Uwe Kantelhardt zukünftig nur noch als kaufmännischer Leiter tätig sein. Stattdessen finden sich jetzt mit Ralf Schmitz und Stephan Maas zwei neue Namen im Impressum. Die beiden neuen Geschäftsführer sind Partner der Unternehmensberatung Ziems & Partner, die sich auf Unternehmenskrisen und Sanierungsfälle spezialisiert hat.

Die personellen Veränderungen kommen vor dem Hintergrund, dass NKD trotz der Eröffnung rund 200 neuer Standorte, einschließlich der Übernahme mehrerer Dutzend ehemaliger Schlecker- und IhrPlatz-Filialen, die intern gesetzten Unternehmensziele nicht erreicht hat, bestätigte ein Unternehmenssprecher dem Kurier. Das rasante Expansionstempo soll nun gedrosselt werden. Filialen sollen allerdings nicht geschlossen werden.

NKD betreibt rund 2.000 Filialen in Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Polen und der Schweiz. Im Jahr 2011 setzte das Unternehmen, hinter die Daun & Cie. AG aus Rastede steht, 599 Mio. Euro um.

Foto: NKD