Der Textilverband warnt Händler davor, frühzeitig große Rabattaktionen zu starten. Auch wenn das Geschäft im ersten Halbjahr allenfalls durchwachsen lief, könnte der Sommer doch noch verheißungsvoll werden.

Die „Sale“-Plakate sollten nach Ansicht des BTE nur sehr moderat eingesetzt werden

Nach der Minus-Vorlage in 2015 sieht es so aus, als könnte die Bilanz für den Modehandel in diesem Jahr noch schlechter ausfallen. Aufgrund des späten Frühlingsanfangs und dem verhaltenen Sommerstart lagen die meisten Modehändler per Ende Mai mit ihren Abverkäufen unter dem Vorjahr, schätzt der Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE).

Doch kein Grund für Panik!

Wie jedes Jahr warnt der BTE Modehändler davor, zu früh mit Preisaktionen zu starten. Schon seit Monaten sieht man häufig „Sale“-Plakate, die suggerieren, die neue Sommerware gebe es schon zum Schnäppchenpreis. Der BTE sagt, seit Mitte Mai häufen sich Rabattaktionen, allerdings gibt es Rabatte meist nur für Übergangsware und ältere Monatsprogramme. Zudem seien die Preisabschläge oft nur „moderat“, betont der BTE. Bevor sich Modehändler vom rotstift-nutzenden Wettbewerb hinreißen lassen, selbst umfassende Preisreduktionen vorzunehmen, sollte sie die Situation beim Mitbewerber genau prüfen, rät der BTE seinen Mitgliedern. Es sei mit Sicherheit falsch, „für den breiten Markt bereits echte Sommermode in größerem Maße zu reduzieren“, so der Verband. „Denn obwohl es schon einige heiße Tage gab, stehen die wärmsten Wochen erst noch bevor. Vor allem viele Bedarfskäufer suchen erfahrungsgemäß noch im Juli und teilweise sogar im August nach Sommerware – werden dann aber allzu häufig nicht mehr fündig. Zudem zeigt die Erfahrung gut geführter Unternehmen , dass allzu frühe Reduzierungen nur wertvolle Roherstragspunkte kosten und in ihrer Wirkung auf den Saisonabverkauf meist verpuffen.“

Der BTE legt dem Handel eine „zielführende Reduzierungs-Dramaturgie“ ans Herz. Schlecht laufende Artikel oder ältere Programme sollten zunächst mit Abschlägen von 10-30% angeboten werden, erst zum Ende der Reduzierungsphase können größere Abschläge gewährt werden. Die Werbung für entsprechende Maßnahmen sollte daraufhin angepasst werden und die unterschiedlichen „Sale-Phasen“ zu unterscheiden und Kunden mit neuen Aktionen immer wieder „neu anzulocken“. Gerade zum Saisonende, wenn der inoffizielle Schlußverkauf startet, für den machen Hinweise wie „2. Reduzierung“ oder „Letzte Reduzierung“ Sinn. Der BTE empfiehlt hier nach wie vor den 25. Juli als Startdatum, da dieser Termin von den Medien erfahrungsgemäß immer noch entsprechend begleitet wird und so für kostenlose PR sorgt.