Die Unternehmen der deutschen Maschen- und Miederindustrie gehen mit stabiler Auftragslage in die Sommersaison. Der Export bringt positive Impulse, allerdings macht die Ukraine-Krise vielen Herstellern Sorgen, teilt der Verband Gesamtmasche mit.

Gesamtmasche_Geschäftsklimaindex 04:2014

Neue Impulse aus dem Ausland und stabile Inlandsumsätze lassen eine soli-
de Branchenentwicklung erwarten

Nach der aktuellen Geschäftsklima-Umfrage des Verbands Gesamtmasche erhoffen sich die Hälfte aller Unternehmen steigende Auftragseingänge, während weniger als 5% mit rückläufigen Orders rechnen. Über 95 Prozent der Hersteller (Vorjahr 77%) bezeichnen ihren Auslandsumsatz dabei als gut oder zufriedenstellend. Jedoch sind nur noch 82% aller Firmen (Vorjahr: 86%) mit der Ertragsentwicklung zufrieden. Nach Einschätzung der meisten Unternehmen werden die Margen nach wie vor knapp bleiben. Unter diesen Vorzeichen sinkt der Geschäftsklimaindex Masche um 4,8 Indexpunkte auf 16,05 Punkte.

Ihre künftige Geschäftsentwicklung schätzen die Firmen hingegen positiver ein als zu Jahresbeginn (+2,6 Indexpunkte auf 20,13 Punkte). In Erwartung zunehmender Auftragseingänge aus dem In- und Ausland rechnet fast ein Drittel der Hersteller mit einem Anstieg der Kapazitätsauslastung, knapp zwei Drittel gehen von einer gleichbleibenden Auslastung aus.

Sorgen um das Ost-Geschäft

In den ersten beiden Monaten des Jahres sind die deutschen Exporte von Maschenwaren mit einem Plus von 6% deutlich stärker gestiegen als die Ausfuhr der Textil- und Bekleidungsbranche insgesamt. Besonders gut entwickelte sich der Export von Damenunterwäsche mit plus 14%, Miederwaren konnten sogar um 20% zulegen. Die Lieferungen in wichtige EU-Destinationen wie Frankreich, Großbritannien, Polen und Skandinavien wuchsen im zweistelligen Prozentbereich und kompensierten die nach wie vor schwache Nachfrage aus Südeuropa.

Trotz insgesamt günstiger Signale aus dem Exportumfeld sorgen die politischen Spannungen in der Ukraine für Verunsicherung, schließlich ist Russland der zweitwichtigste Abnehmer außerhalb der EU. Insgesamt wird der russische Markt für Bodywear auf 5,5 Mrd. Euro geschätzt und soll in den nächsten fünf Jahren um rund 40% wachsen. Nicht zuletzt weil dem Wachstum in Westeuropa Grenzen gesetzt sind, möchten viele deutsche Unternehmen an dieser Entwicklung teilhaben.