Die 20er sind nicht die 90er: Der französische Denim-Anbieter, dessen große Erfolge schon einige Jahre (wenn nicht Jahrzehnte) zurückliegen, muss im Zuge eines Liquidationsverfahren drei seiner Unternehmen und mehrere Stores schließen.

Marithé + François Girbaud

Weiter Hoffnung auf Rettung: Marithé + François Girbaud muss Abstriche machen

Die Krise holt Marithé + François Girbaud wieder ein. Nachdem die Umsätze 2008 wegen der rückläufiger Umsätze in den USA drastisch einbrachen, erhoffte man sich durch die Zusammenarbeit mit dem indischen Masterlizenznehmer F.F.I., der die Produktion übernahm, Besserung. Doch die auf 15 Jahre angelegte Partnerschaft ging in die Brüche (die aktuelle Winterkollektion ist die letzte) und das Unternehmen steckt weiterhin in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Pariser Handelsgericht, bei dem das Konkursverfahren für das Unternehmen bereits seit 2012 anhängig war, beschied am vergangenen Dienstag, dass Marithé + François Girbaud seine drei Unternehmen Cravatatakiller (verantwortlich für die jüngere Casual-Linie) Sabatoun und die Vertriebsgesellschaft MFG Services schließen muss. Außerdem werden die acht eigenen Stores in Paris (5), Lyon (1) und Belgien (2) geschlossen. Rund 80 Stellen werden im Zuge der Umstrukturierungen gestrichen. Die zwölf Franchise-Stores in Frankreich, London und Casablanca bleiben jedoch bestehen.

Eine von Denis Noharet, seit Sommer 2013 President der Gruppe, initiierte Sanierung mit Hilfe eines „großen, ausländischen Partners“ konnte wegen der engen zeitlichen Vorgaben des Gerichts nicht umgesetzt werden. Die Gespräche sollen aber weiter laufen. „Schließung, Pause, Neuorierierung – wir hoffen, wir werden bald wieder besser sein“, teilte das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite mit und dankte für die Unterstützung in den vergangenen Tage und versprach, Fans auf dem Laufenden zu halten.