Dass billige Plagiate keine Alternative zu echten Markenartikeln sein können, will der Verein Meisterkreis Verein schon lange vermitteln. Ein frisch gelaunchter Onlineshop soll auf die „Werteschizophrenie“ deutlich machen.

Sonnenbrille von Pior: unfairtrade, schwarz schattiert und ohne UV-Schutz

Der Meisterkreis, ein Verein, der das Bewusstsein für Marken, Tradition und Handwerkskunst fördern will, ist letzte Woche mit einer bundesweiten Kampagne angetreten, um Marken- und Wertepiraterie den Kampf anzusagen. Um die Debatte um das Thema anzustoßen, hat der Verein mit der Agentur thjnk den www.plagiate-shop.de  gelauncht, der mit einem Bruttomediavolumen von 500.000 Euro beworben wird. Dort gibt es Uhren „mit Tick“ von PVC und Glashaus, Taschen von Channel oder Sonnenbrillen von Pior. Wer sich für die billigen Kopien interessiert und weiterklickt, bekommt Lacher und Infos rund ums Thema Urheberschutz. Die Nachteile der Fälschungen werden mit „Sichert Kindern Arbeitsplätze“ oder „Zertifiziertes Qualitätsverbrechen“ angepriesen. „Wir werden insbesondere die Werteschizophrenie deutlich machen: Einerseits bewundern die Verbraucher edle Marken und erkennen die schöpferische Leistung an, auf der anderen Seite dulden sie aber Plagiate oder fragen sie sogar gezielt nach“, so Clemens Pflanz vom Meisterkreis.

Die Moral deutscher Verbraucher, Plagiate zu erstehen, ist ziemlich gering: 90% finden Fälschungen nicht anrüchig. Was fatale Folgen hat: 50 Mrd. Euro entstehen der deutschen Industrie durch Produkt- und Markenpiraterie jedes Jahr. Steigt die Zahl der Produktfälschungen EU-weit um 5%, sind 43 Mio. Euro Schaden und entsprechender Arbeitsplatzabbau vorprogrammiert. Weltweit beläuft sich Schaden über alle Wirtschaftszweige, nicht nur die High-End-Branche, hinweg auf mehr als 500 Mrd. Euro pro Jahr. Der soziale Schade durch Fälschungen wird in 2013 auf 1,3 Billionen Euro geschätzt.