„Manchesterkapitalismus pur“: Der Kölner Kardinal Woelki findet nichts Gutes an der irischen Modekette Primark. Bei einer Ansprache zum Neujahrsempfang der Wuppertaler IHK mahnte der Erzbischof die Profitgier der Billig-Kette.

Primark wird bald seine neue Filiale am Wuppertaler Hauptbahnhof eröffnen

Dass Primark nicht der Liebling der Modebranche ist, ist hinlänglich bekannt. Doch nun äußerte sich auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) zum Modeunternehmen von der Insel und bezeichnet es als „Manchesterkapitalismus pur“. Woelki meine damit die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen der Arbeiter im Ausland und sagt, dass das Unternehmen „mehr an der Rendite interessiert als an den Lebensbedingungen der Männer und vor allem Frauen“.

In Wuppertal, in der Primark eine weitere Filiale aufmachen will, fand die Veranstaltung statt, auf der der Geistliche sprach. Eine Filiale in der Stadt zu eröffnen, in der Friedrich Engels geboren wurde oder Adolf Kolping wirkte, sei eine große Herausforderung, so der Erzbischof. Primark will Hauptmieter in einem neuen Einkaufszentrum der Stadt werden, das direkt am Hauptbahnhof entsteht. Dennoch wisse Woelki, dass sich eine Eröffnung nicht verhindern lasse.

Immer wieder gibt es Nachrichten über die Billig-Kette, die die Verbraucher misstrauisch stimmen sollte. Schon im vergangenen Sommer berichteten die Medien und auch fabeau über mysteriöse eingenähte Hilferufe in Primark-Kleidung.

Foto: Primark