Mutti räumt auf! Gerry Weber, die neue Mutter des Münchner Mode-Filialisten, weiß, was gut für ihre Tochter ist und was nicht. Die neue Anleihe ist zu teuer. Die geplante Expansion lässt sich auch mit eigenen Mitteln stemmen.

Hallhuber will dieses Jahr 50 neue Standorte eröffnen

Hallhuber will dieses Jahr 50 neue Standorte eröffnen

Hallhuber gab am Mittwoch Nachmittag bekannt, ihre Mittelstandsanleihe zwei Jahre früher als geplant zu tilgen. Gerry Weber hatte einen Blick in die Bücher geworfen und sieht Optimierungspotential bei der Refinanzierung. Der Modekonzern aus Halle/Westfalen verfügt über „deutlich vorteilhaftere Finanzierungsmöglichkeiten“, schließlich lag die Eigenkapitalquote der Gerry Weber International AG zum 31. Januar bei vorzeigbaren 69,9%.

Aus diesem Grunde wurde die Hallhuber-Anleihe zum frühestmöglichen Zeitpunkt, dem 18. Juni 2016, zu einem Kurs von 102% gekündigt. Ursprünglich sollte die 2013 begebene Anleihe mit einem Volumen von 30 Mio. Euro und einem Zinssatz von 7,25% bis 2018 laufen.

Expansionstempo wird erhöht

Wie gehabt soll die unter den alten Eigentümern Change Capital Partners angestrebte Expansion „konsequent“ fortgesetzt werden und noch weiter beschleunigt werden. Statt der angestrebten 30 Neueröffnungen für das laufende Geschäftsjahr sind jetzt mehr als 50 neue Shops geplant. Der Schwerpunkt soll im europäischen Ausland, vor allem Spanien und Norwegen, liegen, teilte das Unternehmen, das diese Woche in Bielefeld bereits die 22. Eröffnung in 2015 feierte, mit. Profitieren wird Hallhuber dabei vom Gerry-Weber-Vertriebsstrukturen im Ausland, und gleichzeitig können so bei mehr Verkaufsstellen auch mehr Synergiepotentiale bei Logistik und Beschaffung zum Tragen kommen. Finanziert werden soll die Expansion laut dem Finance Magazin durch ein konzerninternes Darlehen zu einem deutlich geringerem Zinssatz. Hallhuber selbst kann aufgrund einer guten Umsatz- und Ertragsentwicklung aber auch bessere Finanzkennzahlen vermelden: So sank der Nettoverschuldungsgrad per Ende des Jahres von 2,66 auf 1,81 und unterschritt damit den laut Anleihebedingungen zulässigen Nettoverschuldungsgrad.

Foto: Hallhuber