Karstadt muss weiter zittern
Das Zittern bei Karstadt nimmt kein Ende. Sollte sich der neue Eigentümer Nicolas Berggruen nicht mit dem Vermieterkonsortium einigen, könnte erneut die Zerschlagung der Warenhauskette drohen.

Karstadt-Filialen: Trotz Übernahmeangebot immer noch im Dunkeln
Nicolas Berggruen, der neue Eigentümer der insolventen Karstadt-Kette, steht seit Beginn der letzten Woche noch immer noch in Verhandlungen mit dem Karstadt-Vermieter-Konsortium Highstreet. Highstreet, das unter der Führung der Investmentbank Goldman Sachs steht, gehören 86 der 120 Karstadt-Häuser. Sollte es keine Einigung geben, dann könnte Karstadt erneut die Zerschlagung drohen.
Berggruen hatte den Kaufvertrag für die Karstadt-Kette in der vergangenen Woche unterschrieben, allerdings unter der Bedingung, dass die Mieten für die Warenhaus-Filialen reduziert werden. Als am Donnerstag keine Einigung zwischen den beiden Parteien absehbar war, vertagte das zuständige Amtsgericht Essen die Entscheidung über die Bestätigung des Insolvenzplans, weil einige Bedingungen wie etwa die Einigung mit den Vermietern noch nicht erfüllt seien. Berggruen hält eine Einigung nach wie vor für das wahrscheinlichste Szenario und ist optimistisch, dass man bald zusammen finde. Zuletzt hatte das Vermieter-Konsortium Mietnachlässe in Höhe von 230 Mio. Euro für die nächsten fünf Jahre angeboten. Berggruen fordert mehr, allerdings liege man „nicht mehr sehr weit auseinander“ erklärte er der Welt am Sonntag. Er glaubt, dass eine Einigung auch im Interesse des Immobilienfonds Highstreet sei, schließlich würden die im Falle einer Zerschlagung „noch viel weniger Miete bekommen“.
Highstreet soll dagegen an der Umsetzbarkeit des Berggruen-Konzeptes zweifeln, berichtet der Spiegel. Es „gebe größere Bedenken hinsichtlich der Realisierbarkeit des Business-Plans“ habe das Vermieter-Konsortium in einem Brief an den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg geschrieben. Das Konzept sei in Bezug auf die Nachhaltigkeit wenig aussagekräftig, denn es sei gerade einmal neun Seiten lang. Der Spiegel berichtet weiter, dass sich Highstreet im Hintergrund weiter auf die eigene Übernahme vorbereite. Highstreet hatte sich selbst an dem Bieterrennen für die Warenhauskette des insolventen Arcandor-Konzerns beworben.







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