Berggruen gewinnt bei Karstadt
Der Millionenerbe, Immobilieninvestor, Kunstsammler und Frauenschwarm Nicolas Berggruen hat den Zuschlag für die Karstadt-Kaufhauskette erhalten. Jetzt unken die Medien, ob der Gruenschnabel das Zeug dazu hat, den Konzern aus seiner beklemmenden Situation zu holen.
Weiter gehts: Karstadt soll unter Berggruen wieder zur einstigen Kultmarke aufgebaut werden
Die Gläubigerversammlung entschied sich insbesondere deshalb für Berggruen, weil dessen Konzept stabile Rahmenbedingungen für alle Beteiligten, insbesondere Lieferanten, vorsieht. Auch die Gewerkschaft Ver.di zeigt sich erleichtert über den Zuschlag für Berggruen. Allerdings erklärte die Ver.di-Vorsitzende Magret Möning-Raane, dass das neue Kapitel noch nicht begonnen habe, da noch Verhandlungen mit den Vermietern ausstünden. Die Vermieter, allen voran das Highstreet-Konsortium, dem 86 der 120 Karstadt-Filialen gehören und das als Favorit im Übernahmerennen galt, sollen bereits angeboten haben, auf einen dreistelligen Millionenbetrag zu verzichten.
Was kommt jetzt auf Karstadt zu?
Dennoch ist die Lage schwierig: Karstadt weist kein eigenes klares Profil auf – vom Billigschnäppchen bis zum Luxus-Artikel, vom BH bis zur Badeinrichtung kriegt man alles im blauweißen Warenhaus – allerdings selten ansprechend präsentiert und gegenüber einer übermächtigen Konkurrenz von Spezialanbietern immer ein bisschen bieder und altbackend. Außerdem gibt es noch die Kaufhof-Kette – die Metro-Tochter und stärkste Konkurrentin im Bereich Warenhäuser, die das Konzept „Gemischtwarenkaufhaus“ geschickter angegangen ist. Experten glauben ohnehin, dass mittelfristig nur eines der beiden Häuser bestehen kann. Also könnte Eckard Cordes, der Metro-Chef, einfach darauf warten, dass ihm Berggruen über kurz oder lang doch noch ein Angebot zur Gründung einer gemeinsamen „Deutschen Warenhaus AG“ zukommen lässt. Davon ist aber zunächst nicht die Rede. Berggruen plant, dass Karstadt „glamouröser“ werden soll. Sachverstand und Expertise holt er sich dafür von dem amerikanischen Betreiber der Modekette BCBG Max Azria. Fraglich ist jedoch, ob die Deutschen in Zeiten der Krise und Sparzwänge überhaupt mehr Glamour wollen und ob sich der Gruenschnabel erfolgreich in den traditionsbewussten, gewerkschaftsdurchwachsenen Einzelhandelsklüngel behaupten kann.








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