Die Insolvenz und das Gezerre um eine Übernahme hatte zumindest keine Auswirkungen auf die Zahlen des Warenhauskonzerns gehabt. Die fast tot geglaubte Handelskette wuchs schneller als die Konkurrenz und ist sogar wieder profitabel. Laut Karstadt-Chef Fox ist das aber erst der Anfang.

Karstadt geht es wieder gut - zumindest wenn man sich die Zahlen anschaut

Am Mittwoch verkündete Karstadt-Interims-CEO Thomas Fox auf dem Deutschen Handelskongress in Berlin, dass die Karstadt-Gruppe wieder profitabel wächst. Im Herbstquartal stieg der Umsatz um 7,4% im Vergleich zur Vorjahresperiode – damit habe man deutlich bessere Zahlen geschrieben als die Metro-Tochter Kaufhof, die im selben Zeitraum nur rund 4% zulegen konnte. Auch in das beginnende Weihnachtsgeschäft sei man „ordentlich gestartet“, frohlockte Fox.

Fox taxierte den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) für das im September abgelaufene Geschäftsjahr auf rund 93 Mio. Euro. „Wir hatten allenfalls mit 35 Millionen Euro gerechnet“, gibt sich Fox bescheiden. Er rechnet sogar damit, dass Karstadt auch nach Abschreibungen und Zinsen einen Gewinn vor Steuern erzielen kann. Grund für die Ergebnisverbesserung sind deutliche Einspar- und Sanierungsmaßnahmen, die Fox eingeführt hatte, u.a. gibt es keine Transferleistungen mehr an den Konzernverbund Arcandor und unrentable Filialen wurden geschlossen. Der Gewinn, der letztlich hängen bleiben wird, soll komplett reinvestiert werden – welche Häuser davon profitieren werden, das wird der Aufsichtsrat unter der Führung von Alain Caparros am 16. Dezember entscheiden.

Fox erklärte überdies, das die Geschäftsführer der Karstadt-Filialen zukünftig ein stärkeres Mitspracherecht erhalten sollen, um flexibler auf die hiesigen Kaufgewohnheiten eingehen zu können. Er distanzierte sich deutlich davon, stärker auf Luxushäuser zu setzen wie es sein Vorgänger Middelhoff getan hatte – dafür sei in Deutschland seiner Merinung nach nur ein „begrenzter Markt“ vorhanden. Neben der Modernisierung der Warenhäuser sollen durch neue Kollektionen wie etwa Manoukian von Max Azria oder Jessica Simpson ein jüngeres Zielpublikum angesprochen werden.