Zurück in die Zukunft! Der Essener Warenhauskonzern schließt seine Filiale in Mönchengladbach-Rheyd doch nicht. Die Stadt will die Immobilie übernehmen und die Frequenz in der Innenstadt stärker fördern.

Der Karstadt in Mönchengladbach-Rheydt bleibt – dank Zugeständnissen auf beiden Seiten

Das Filialnetz von Karstadt schrumpft weniger stark als angekündigt – es werden wohl 77 statt 76 Filialen über 2016 hinaus erhalten bleiben. Die Warenhaus GmbH und die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach (EWMG) haben sich auf die Fortführung des Karstadt-Standortes – wenn auch auf verkleinertem Niveau – verständigt.

Dafür hat sich die EWMG verpflichtet, das Karstadt-Gebäude anzukaufen und mehr für die Innenstadt zu tun. Karstadt will im Gegenzug einen Großteil der 100 Arbeitsplätze erhalten. Mit neuen Mitmietern aus dem Lebensmittel- und Drogeriebereich soll der Standort insgesamt attraktiver werden.

Viele Gründe sprechen für eine Fortführung

„Wir haben sehr hart daran gearbeitet, defizitäre Filialen zu drehen. Es ist klar, dass wir nicht alle Rahmenbedingungen beeinflussen können – insbesondere Genehmigungen für neue innerstädtische Einkaufscenter oder signifikante Bevölkerungs- und Kaufkraftrückgänge. Gemeinsam mit kompetenten und engagierten Wirtschaftsförderungsgesellschaften können wir jedoch sehr viel erreichen. Mönchengladbach hat insgesamt eine positive Entwicklung bei Kaufkraft, Einwohnerzahl und Beschäftigungsverhältnissen und es gibt eine hohe Bereitschaft der Stadt unseren Standort und das Einzugsgebiet in Rheydt weiter attraktiv zu gestalten“, kommentiert Karstadt-CEO Dr. Stephan Fanderl den Schritt.

Nicht alle waren für den Erhalt, aber viele

Die EWMG hat sich mit der Kaufzusage und dem neuen Mietmodell gegen einige Kritiker durchgesetzt. Die waren gegen einen Kauf, da das Gebäude als sanierungsbedürftig gilt. Auf der anderen Seite wollte man die Immobilie keinem Billiganbieter lassen. Mit der Übernahme des Gebäudes habe man eine runde Lösung gefunden, mit der auch die vergangenen Investitionen in die Rheydter Innenstadt in Höhe von 30 Mio. Euro „nicht umsonst gewesen“ seien, erklärte Dr. Ulrich Schmückhaus, der die Verhandlungen auf Seiten der EWMG geführt hat.

Foto: Karstadt