Sommer, Sonne, Fussball-WM – da klingeln die Kassen bei den deutschen Sportfachhändlern. Sowohl Intersport und Sport 200 melden erfreuliche Halbjahreszahlen. Dank des Outdoor-Trends soll auch das ganze Jahr besser laufen als 2009.

Das Sommermärchen geht in die Verlängerung, zumindest für zwei Repräsentanten des deutschen Sportfachhandels.

Intersport Filialen setzen auf Outdoor-Bekleidung

Der Händlerverbund Intersport schließt das erste Halbjahr 2010 mit einem Plus von 7,7% ab. Insbesondere das Segment Outdoor gilt als Wachstumstreiber – der Bereich konnte sich im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 16% steigern. Insbesondere die Frau – das unbekannte Outdoor-Wesen, das sich früher eher selten für Wandern und Zelten begeistern konnte – wird von der Branche entdeckt. Aber auch die Fussball-WM tat ihr Übriges: Das junge und erfolgreiche Nationalteam sorgte dafür, dass über 300.000 Trikots und andere Fussball-Fanartikel verkauft wurden, so dass das Segment um 25% gegenüber dem Vorjahr wuchs.

Die Intersport-Geschäftsführer Klaus Jost und Kim Roether erwarten für das Gesamtjahr einen Umsatz von 2,7 Mrd. Euro, davon soll der Bereich Outdoor über 630 Mio. Euro besetzen. Der Gesamtmarkt für Outdoor-Produkte wird in Deutschland auf rund 1,8 Mrd. Euro geschätzt – Intersport würde also mehr als ein Drittel dieses Marktes bedienen und will seine Marktführerschaft in diesem Segment weiter ausbauen. Intensiv praktizierte Standort-Arbeit und neue innovative Ladenbauprojekte sollen die „Marktstellung festigen und weiter ausbauen“.

Sport 2000 Geschäftsführer Andreas Rudolf ist trotz drohender Preissteigerungen optimistisch für 2010

Auch der Sport 2000 Handelsverbund kann ein deutliches Umsatzplus verbuchen. In den ersten sechs Monaten wuchs der Umsatz der Gruppe um 6,4%. Allein im Juni gab es aufgrund der Fussball-Euphorie ein Plus von 13% gegenüber dem Vorjahresmonat. Wie bei Intersport war auch der Outdoor-Bereich ein maßgeblicher Wachstumstreiber. Insbesondere Regenjacken gingen wegen des durchnässten Frühjahrs besonders gut weg. Daher konnten Jack Wolfskin, Salomon und Mammut ihre Umsätze bei Sport 2000 deutlich steigern.

Die Sport 2000 Deutschland GmbH erwirtschaftete im Jahr 2009 einen Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro bei einem Zentralregulierungsumsatz von 612 Mio. Euro. Für das kommende Jahr ist Sport 2000 Geschäftsführer Andreas Rudolf sehr zuversichtlich: „Wir liegen aktuell deutlich über Plan. Wenn der Winter nur einigermaßen positiv startet, werden wir nach zwei überaus positiven Jahren auch 2010 sehr zufriedenstellend aussteigen”. Trotzdem weist er auf drohende Preiserhöhungen hin. Kostensteigerungen bei der Fertigung in Fernost und gestiegene Frachtraten sowie ein erstarkter Dollar wirken sich ungünstig auf die Preise aus.

Fotos: Sport 2000, Intersport