Das Modeunternehmen aus Pfäffikon kann im ersten Halbjahr trotz Umsatzrückgängen ein positives Betriebsergebnis vermelden, auch wenn unterm Strich noch rote Zahlen stehen. Im Gesamtjahr soll es aber besser werden – dank zwei attraktiven Markenbotschafterinnen, einer neuen Dessous-Kollektion, einem frischerem Ladendesign, einer zentralisierten Distributionsstrategie und doppelt so vielen Kollektionen. Man hat sich eben viel vorgenommen für das zweite Halbjahr.

Kunden sollen in Zukunft mehr bei Charles Vögele kaufen

Positive Zahlen trotz schwieriger Rahmen-bedingungen: Die ersten sechs Monate waren bei der Charles Vögele Gruppe durch den trägen Abverkauf von Altkollektionen und negativen Währungseffekten im Euro-Raum geprägt. Der Umsatz reduzierte sich um 7% auf 690 Mio. Schweizer Franken (524 Mio. Euro). Lässt man den Abverkauf der Restbestände außer Acht, konnten die Schweizer den Umsatz mit aktuellen Kollektionen um 4% steigern. Neben den Belastungen durch ungünstige Wechselkurse wurde der Umsatz durch die Schließung mehrerer Filialen weiter reduziert: 12 Neueröffnungen standen 25 Schließungen gegenüber. Ende Juni belief sich die Zahl der Filialen auf 844.

Aufgrund der reduzierten Umsätze und höheren Finanzaufwendungen lag das Betriebsergebnis mit 4 Mio. Franken rund 2,5 Mio. Franken unter dem Vorjahreswert. Auch das Konzernergebnis lag mit -7 Mio. Franken leicht unter dem Vorjahresergebnis. Dennoch konnte die Ebitda-Marge bei 6% stabil gehalten und die Eigenkapitalquote auf über 63% erhöht werden.

Der Zukunft sieht der Vorstand der Charles Vögele Gruppe positiv entgegen, da man die Aufbau- und Ablauforganisation optimieren will. Im Bereich Marketing sollen Penélope und Mónica Cruz die Marke bekannter machen und das Image des lilafarbenden Filialisten positiv emotionalisieren. Zusätzlich wurde das Ladendesign aufgemöbelt. In Kürze soll eine eigene Lingerie- und Wäschekollektion lanciert werden. Der Kollektionsrhythmus soll von vier auf acht Kollektionen verdoppelt werden, um die schnell wechselnden modischen Ansprüche der Kunden zu erfüllen. Die Distribution soll bis Ende 2012 zentralisiert werden, um die Standorte effizienter und kostengünstiger beliefern zu können. Dahingehend wurden auch die Absatzmärkte in vier Märkte geclustert: in Deutschland, die Schweiz, die Region CEE, die Österreich und einige osteuropäische Länder wie Slowenien, Ungarn, Tschechien und Polen umfasst, sowie die Beneluxstaaten. Bei den Filialen soll die Flächenproduktivität in den nächsten Monaten weiter steigen: nach Standortoptimierungsmaßnahmen im ersten Halbjahr, folgt nun die Expansion in die deutschsprachigen Hauptabsatzmärkte. Auch personell gab es einige Veränderungen: auf der zweiten Führungsebene wurden die Bereiche eCommerce, Visual Merchandising, Sourcing und Marketing verstärkt.