Schon wieder negativ in den Schlagzeilen: Nach mehreren Skandalen um die umstrittene Look Policy für seine Mitarbeiter rückt das Modeunternehmen in den Fokus der Medien, weil es eine seiner Mitarbeiterinnen wegen ihres Kopftuches feuerte.

Hollister

Waschbrettbauch statt Kopftuch: Die Abercrombie-Tochter Hollister muss vor Gericht

Abercrombie & Fitch macht erneut von sich reden. Wieder geht es um die hohen Anforderungen an das Aussehen seiner Mitarbeiter und wieder ist die Justiz im Spiel. Im neuen Fall klagte die muslimische Mitarbeiterin einer Filiale der Konzerntochter Hollister in Kalifornien, weil ihr wegen ihres Kopftuches gekündigt wurde.

Hani Khan hatte sich mit Kopftuch beworben und dieses auch konsequent bei der Arbeit getragen. Da sie der Monate später folgenden unternehmensseitigen Aufforderung, ihre Kopfbedeckung abzunehmen, nicht nachkam, wurde ihr im Februar 2010 gekündigt. Daraufhin verklagte die 19-jährige das Unternehmen wegen Diskriminierung – und bekam nun Recht.

Der Modekonzern verteidigte sich mit Verweis auf die Regeln seiner Look Policy, welche im Geschäftsmodell verankert sei und den wirtschaftlichen Erfolg der Marke stützt. So gelten strenge Vorschriften an den Modestil und die Optik der Mitarbeiter. Das Gericht sah allerdings keine Gefährdung der Umsätze des Unternehmens durch das Kopftuch der Muslimin, weshalb nun eine Klage auf Schadensersatz droht.

Das Unternehmen hatte unlängst Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als es verlauten lies, bewusst ausschließlich attraktive Mitarbeiter einzustellen. Schließlich sei auch die Mode des Unternehmens laut Vorstand Mike Jeffries „nur für coole Leute, die gut aussehend und dünn sind“ bestimmt. Außerdem war die Unternehmenstochter Hollister in den Fokus der Medien gerückt, da die Mitarbeiter systematisch kontrolliert und ausspioniert wurden. In einer Frankfurter Filiale war sogar der alleinige Toilettengang der Nachtschichtler untersagt. Im Dezember steht die Konzernmutter erneut wegen Unstimmigkeiten im Betriebsrat und ordnungspolitischen Fragen vor Gericht. Dass dies dem Geschäftserfolg unzuträglicher ist, als das Kopftuch der jungen Kalifornierin, zeigen die aktuellen Umsatzzahlen: So ist der Gewinn von A & F im zweiten Geschäftsquartal um 30% auf 11,4 Mio.Dollar (8,6 Mio. Euro) geschrumpft.

Foto: Hollister