H&M klagt gegen Berliner Betriebsräte
Die unendliche Geschichte, Teil 2011: Der schwedische Textilkonzern will offenbar einen Trennungsstrich zwischen sich und die unliebsamen Arbeitnehmervertreter setzen. Einem Spiegel-Bericht zufolge, sollen fünf Betriebsräte einer Berliner Filiale ihre Ämter verlieren.
Der schwedische Textilkonzern H&M klagt in einem Amtsenthebungsverfahren vor einem Berliner Arbeitsgericht gegen fünf Betriebsratsmitglieder der Filiale in der Friedrichstraße, das berichtet das Magazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe.
Als Begründung führt der Konzern an, dass sich die Arbeitnehmervertreter wiederholt gegen die Dienstpläne der Filialleitung gewehrt hatten, weil diese angeblich nicht mit der Arbeitszeitregelung übereingestimmt hätten. Für die Gewerkschaft ver.di, die H&M schon länger kritisch beäugen, ist die Klage in Berlin der „vorläufige Höhepunkt“ eine langen Auseinandersetzung zwischen dem Unternehmen und Arbeitnehmervertretern, zu denen das Unternehmen ein „völlig gestörtes Verhältnis“ habe. Erst im März hatte ein Hamburger Gesamtbetriebsrat dagegen geklagt, dass die von ihm Telefone abgehört werden hätten können.
H&M rechtfertigt das juristische Vorgehen hingegen damit, dass es sich in Berlin „um grobe Pflichtverstöße und um unverhältnismäßigen Zeitaufwand“ handele, die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten grundsätzlich aber „konstruktiv und vertrauensvoll“ sei. Der Gang vor das Arbeitsgericht stelle die „letzte von uns gewählte Option“ dar.
Auch in Trier und Stuttgart: BR-Unmut
Allerdings ist Berlin nicht wirklich ein Einzelfall: Auch in Trier wurde der Betriebsrat mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert und in Stuttgart soll Mitarbeitern mit Lohnabzug gedroht worden sein, falls sie während der Arbeitszeiten an Betriebsversammlungen teilnehmen, berichtet das Magazin weiter.








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