Big Brother auf Schwedisch? Die Gewerkschaft hatte die skandinavische Modekette ja schon länger auf dem Kieker. Nun hat sie vor dem Hamburger Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen erwirkt, weil Betriebsräte per Telefon abgehört werden hätten können.

H&M

H&M in der Kritik wegen Abhöraktionen

Der Gesamtbetriebsrat hat vor dem Hamburger Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen den schwedischen H&M Konzern erwirkt. Das Arbeitsgericht legte fest, dass das Unternehmen an allen Telefonen in Deutschland eine bestimmte Funktion deaktivieren muss, die das Abhören möglich gemacht hatte. Nach Ver.di Angaben soll H&M es entgegen einer Gesamtbetriebsratsfunktion technisch ermöglicht haben, dass Betriebsratsbüros per Telefon abgehört werden können.

Ob die Betriebsräte tatsächlich abgehört wurde, ist nicht bewiesen. Dennoch erwartet Ver.di von der Unternehmensleitung eine Entschuldigung bei den Beschäftigten – das sei „das Mindeste“.

Die schwedische Modekette und die Gewerkschaft ver.di liegen schon länger im Klinsch. 2007 streikte ver.di für einen „akzeptablen Tarifabschluss“, dann standen des Öfteren Behinderungen und Bedrängen von Betriebsratsmitgliedern in der Kritik. 2010 wandten sich der Gesamtbetriebsrat und die Schwerbehindertenvertretung gegen den Umgang der Geschäftsleitung mit den Interessenvertretern. Weiter folgten im letzten Jahr Forderungen nach Umsatzbeteiligungen und Proteste gegen den Missbrauch von Leiharbeitern.

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