Hermès erwägt Abgang von der Börse
Eine Gewinnwarnung der anderen Art: Nach einem neuen Rekordergebnis in 2010 erwägt Vorstandschef Patrick Thomas jetzt das Unternehmen komplett von der Börse zu nehmen. Damit könnte er auch die Übernahmepläne der LVMH-Gruppe durchkreuzen.
Hermés könnte sich von der Börse zurückziehen
Medienberichten zufolge soll der CEO der Hermès International S.A., Patrick Thomas, auf der Aufsichtsratssitzung anlässlich der Verkündung der Jahresergebnisse erklärt haben, dass es für ihn sehr viel Sinn mache, wenn man die Börsennotierung des Unternehmens einstellen würde. Für ein solches sog. Delisting spräche, dass es bei Hermès eigentlich keinen relevanten Streubesitz mehr gäbe. Nach der überraschenden Erhöhung des LVMH-Anteils auf 20,2 Prozent, befänden sich noch weniger als zehn Prozent der Aktien im Umlauf.
Der Pariser Luxuskonzern, der für seine edlen Seidenschals und feine Lederwaren bekannt ist, hat in 2010 ein neues Rekordergebnis erreicht. Der Nettogewinn stieg von 288,9 Mio. um 46% auf 421,7 Mio. Euro, während die operative Marge bei 27,8% lag, das beste Ergebnis seit dem Börsengang 1993. Die Umsätze sind um 25,4% (18,9% bei konstanten Wechselkursen) auf über 2,4 Mrd. Euro gestiegen.
Die Hermès-Familie, die zusammen rund 73 Prozent der Aktien an der Gesellschaft hält und den Einstieg von LVMH als feindlichen Übernahmeversuch bewertete, hatte LVMH-Chef Bernard Arnault aufgefordert, sich zurückzuziehen. Anfang des Jahres erlaubte die französische Börsenaufsicht AMF der Erbenfamilie ihre Anteile in eine Familienholding einzubringen, ohne – wie normalerweise vorgeschrieben – ein öffentliches Übernahmeangebot für die ausstehenden Aktien zu machen.
Foto: Hermès Kampagne





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