Frauenquote auch im Fashion-Biz?
(No) Woman on Board! Obwohl Frauen aufgrund ihrer höheren Konsumbereitschaft die Branche mehr fördern als Männer, sind weibliche Führungskräfte auch in der Modebranche noch immer noch dünn gesät. Würde eine Quote Sinn machen?
Bringt die Frauenquote mehr Frauen in die Chefetagen?
Kostüm vs. Anzug? Der Anteil der Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten beträgt in Deutschland lediglich 6,5 Prozent. Im Einzelhandel liegt er zwar deutlich höher, dort sollen nach Aussage von Mechthild Möllenkamp, Präsidentin des regionalen Einzelhandelsverbands Osnabrück, rund 14 Prozent des oberen Managements weiblich sein. Dennoch im Großen und Ganzen scheint es so auszusehen, als dass man auch in der eher frauenaffinen Modeindustrie nach Frauen in den Chefetagen suchen muss. Zu denen, die es geschafft haben, gehören u.a. Doris Strätker, Vorstand der Gerry Weber International AG, Claudia Reinery, Chief Marketing and Sales Officer bei Kaufhof, Dr. Stella A. Ahlers Vorstand bei der Ahlers AG und Melody Harris-Jensbach, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Puma AG.
Woran also liegt es, dass so viele Männer in den Positionen sitzen, wenn es darum geht, zu entscheiden, was Frauen tragen oder kaufen sollen? Wie immer, denn diese Entwicklung hat ja vor der Modeindustrie nicht halt gemacht, wird es darauf geschoben, dass es für Frauen unvereinbar ist, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Bei der Frage nach „Kind oder Karriere“ entscheiden sich die meisten Frauen für die Familie.
Die Frage ist aber, ob eine Frauenquote tatsächlich mehr Frauen in Top-Positionen bringen wird? Fakt ist, die ungünstigen Rahmenbedingungen würden dieselben bleiben. Was vor einer Quote geschehen muss, ist ein Umdenken in den Köpfen: Männer müssen sich genauso für Kinder verantwortlich fühlen wie Frauen, und nicht nur wenn es darum geht, das erste Jahr daheim zu bleiben. Dafür müssen sich gut ausgebildete Frauen aber auch selbst von dem traditionellen Frauenbild lösen, was seit Jahrzehnten besteht und durch Castingsshows á la Heidi Klum verschlimmert wird. Zum anderen liegt es sicherlich auch daran, dass Chefposten in der Regel mit einer 60-Stunden-plus-Woche verbunden sind, aber das gleichermaßen anstrengend für Frauen wie für Männer. Sollte man mal darüber nachdenken, ob der Job auch mit einem weniger straffen Pensum zu schaffen ist? Und zu guter Letzt müssen, wie es sich Frau von der Leyen seit Jahren wünscht (aber nicht schafft umzusetzen), mehr Kinderbetreuungsplätze her, zur Not eben auch durch private Organisation mit Kindermädchen wie es etwa in Frankreich üblich ist.
Fest steht letztlich auch, dass es sich die Wirtschaft nicht leisten kann, auf über 50 Prozent der gut ausgebildeten Fachkräfte zu verzichten. Allein schon aus demografischen Gründen ist dem männlichen Treiben ein Ende gesetzt. Wer aber in die Chefposition kommt, darf keine Frage des Geschlechts sein, sondern eine Frage der Qualifikation und Motivation.





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