Der Modeanbieter aus Starnberg kann im ersten Halbjahr zwar ein sattes Umsatzplus verbuchen, schreibt aber ziemlich rote Zahlen. Die sind dem rasanten Flächenwachstum geschuldet, langfristig soll sich das Investment aber auszahlen.

More & More investiert weiter ins Flächenwachstum. Das soll sich langfristig auszahlen

Für die More & More AG sind turbulente Zeiten angebrochen, denn alle Zeichen stehen auf Expansion. Das birgt viele Chancen, aber auch Risiken: Die Marke, die sich im mittleren Womenswear-Segment etabliert hat, konnte ihren Halbjahresumsatz (Januar bis Juni 2014) im Vergleich zum Vorjahr zwar um 7,6% auf 22,1 Mio. Euro steigern. Die Umsatzzuwächse resultierten sowohl aus dem Wholesale-Geschäft (+5,4%) als auch der expansiven Retailsparte, die insgesamt ein Plus von 10,7% (flächenbereinigt von 8%) verzeichnen konnte.

Der Rohertrag verbesserte sich zwar um knapp 1 Mio. Euro, jedoch sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 0,3 auf -0,5 Mio. Euro. Insgesamt musste die Gesellschaft einen operativen Verlust in Höhe von 0,25 Mio. Euro verbuchen. Der Nettoverlust belief sich auf 1,3 Mio. Euro. Belastet hatten das Unternehmen neben dem expansiven Flächenwachstum auch die Kosten für die Anleiheemission (rund 0,5 Mio. Euro). Das im Sommer eingenommene Geld wurde wie kommuniziert zur Refinanzierung benutzt zeigte laut Vorstandschef Mohr „bereits die ersten positiven Effekte“.

Der eingeschlagene Wachstumskurs soll trotz roter Zahlen beibehalten werden. Nach Eröffnungen in München, Leipzig Hamburg (gleich 3x – Heroldcenter Norderstedt, Alstertal- und Elbe-Einkaufszentrum) Berlin, Konstanz und Belgien sollen allein im Oktober weitere Läden in Stuttgart, Berlin, Magdeburg und Wien folgen. Nach der erfolgreichen Expansion nach Spanien, Irland und Belgien ist auch geplant, die Marken in den Niederlanden und Skandinavien zu etablieren. Mohr ist überzeugt, dass sich die Investitionen langfristig auszahlen werden. „Ergebnisseitig sind wir noch nicht dort angekommen, wo wir hin wollen, erkennen aber an den guten Umsatzzahlen, dass wir mit unserer Kollektion und unserer Vermarktungsstrategie auf dem richtigen Weg sind, unser Ziel positives Jahresergebnis zu erreichen“, so Mohr.