Esprit weiter auf Talfahrt
In der Abwärtsspirale: Der in Hongkong gelistete Modekonzern muss auch nach neun Monaten rückläufige Umsatzzahlen veröffentlichen. Eine Gewinnwarnung macht das Negativbild komplett, denn der Konzern rechnet im zweiten Halbjahr mit einem „substantiellen Verlust“.
Esprit taumelt weiter im Sinkflug: Umsätze sinken und am Jahresende steht wieder ein tiefroter Verlust
Die Esprit Holding Limited kann sich nicht so schnell aufrappeln wie es wohl eigentlich sein sollte: Der Konzern verbucht nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2012/13 (Stichtag: 31. März) einen Umsatz von 20,272 Mrd. HK-Dollar (2,063 Mrd. Euro), was einem währungsbereinigten Verlust von 15,5% bzw. 11,9% in lokalen Währungen entspricht. Die stärksten Verluste wurden in umsatzstarken Produktdivisionen women casual (-23% auf 5,3 Mrd. HK-Dollar – 0,54 Mrd. Euro) und men casual (-17% auf 2,5 Mrd. HK-Dollar – 0,25 Mrd. Euro) verzeichnet. Die edlere Linie women collection entwickelte sich mit einem Umsatz von 2,3 Mrd. HK-Dollar (0,23 Mrd. Euro) dagegen stabil. Regional betrachtet wurden sowohl in Europa als auch Asien Verluste eingefahren. In Europa sanken die Erlöse von 18,2 Mrd. HK-Dollar um 8% auf 15,9 Mrd. HK-Dollar (1,62 Mrd. Euro). Davon entfielen 11,9 Mrd. HK-Dollar (1,2 Mrd. Euro) auf das Retailgeschäft (-11,4%). flächenbereinigt lag das Minus bei knapp 3%. In Asien wurde ein Umsatzeinbruch von 5% auf 3,9 Mrd. HK-Dollar (0,4 Mrd. Euro) verzeichnet, wovon 2,9 Mrd. HK-Dollar auf eigene Läden entfielen (-2%). Das flächenbereinigte Minus fiel mit knapp 4% dagegen deutlich höher aus. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten konnten sich die flächenbereinigten Umsätze von -3,6% auf -1,5% dank des frühen Ostergeschäfts und aggressiverer Werbeoffensiven verbessern. Dagegen entwickelte sich der Wholesale-Umsatz unbefriedigend und sank in lokalen Währung mehr als 12% von 9,9 Mrd. auf 8,3 Mrd. HK-Dollar (0,85 Mrd. Euro).
Auf Basis der unkonsolidierten Ergebnisse gab das Unternehmen auch eine Gewinn- bzw. besser wohl eine Verlustwarnung ab. Der Verwaltungsrat rechnet damit, dass das Geschäftsjahr 2012/13 mit einem „substantiellen Fehlbetrag“ abgeschlossen wird. Der Fehlbetrag kann sowohl auf den größer ausfallenden operativen Verlust als auch eine Reihe einmaliger Aufwendungen, u.a. eine Goodwill-Korrektur des China-Geschäfts in Höhe von bis zu 2 Mrd. HK-Dollar, Abschreibungen für Store-Schließungen sowie Vorratsanpassungen. Im ersten Halbjahr belief sich der Jahresverlust nach Steuern auf 465 Mio. HK-Dollar (-180,5%). Gleichzeitig betreibt das Management weiter Schadensbegrenzung und versucht mit kurz- und mittelfristigen Initiativen die Ergebnisse zu verbessern und das Geschäft zu revitalisieren.
Foto: Esprit







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