Esprit verliert seinen Spirit: Umsatz- und Gewinnrückgang
Der Jahresumsatz des in Hongkong und Ratingen ansässigen Unternehmens lag über 2 Prozent unter dem Vorjahr. Der Nettogewinn gab um über 10 Prozent nach. Insbesondere in Deutschland und Europa lief es nicht gut für den vertikalen Fashion-Retailer. Aber China soll alles retten.
Die Esprit Holding Ltd. hat das abgelaufene Geschäftsjahr (Stichtag: 30. Juni) mit sehr mäßige Zahlen abgeschlossen und musste Einbußen bei den Umsätzen und Ergebnissen hinnehmen.
Der Konzernumsatz des in Hongkong notierten Modekonzerns sank um 2,2 % auf 33,734 Mrd. Hongkong-Dollar (HKD), was umgerechnet etwa 3,5 Mrd. Euro entspricht. Währungskursbereinigt lag das Minus sogar bei 4,4 Prozentpunkten. Das Retailgeschäft verbuchte ein „solides Wachstum in allen Regionen“ von 9,3% auf 17,9 Mrd. HKK, so dass Esprit inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Erlöse (53%, Vorjahr: 47%) durch eigene Filialen erwirtschaftet. Mittlerweile betreibt Esprit weltweit 1.123 Standorte, das sind – hauptsächlich dank der Übernahme der chinesischen Retailaktivitäten rund 300 mehr Filialen als im Vorjahr. Flächenbereinigt musste das margenträchtige Retail-Geschäft jedoch einen Umsatzrückgang von 2,4% hinnehmen. Die Umsätze im Wholesale-Segment sanken hingegen in allen Regionen zweistellig um insgesamt 14,3% auf 15,6 Mrd. HKD. Kaltes Wetter im Frühjahr, anhaltend schwiergie wirtschaftliche Rahmenbedingungen und vermehrte Short-Lead-Time-Ordern drückten auf die Umsätze. Auch das Lizenzgeschäft schwächelte leicht und verlor 1% auf 226 Mio. HKD.
Ursächlich für das Umsatztief ist das lahm laufende Geschäft in Europa und Russland, das um 4,6% einbrach, und mittlerweile nur noch 83% zum Konzernumsatz beiträgt (Vorjahr: 85%). Insbesondere im „zweiten“ Heimatmarkt Deutschland brachen die Umsätze, die allerdings auch das Wholesalegeschäft in Russland, Polen, Tschechien, Kroatien und Griechenland einschließen, um 4,4% auf 14,8 Mrd. HKD ein. In Euro lag der Rückgang sogar bei 6,2%. Auch in den anderen europäischen Ländern mit Ausnahme von Spanien, Portugal, Großbritannien und der Schweiz lag der Rückgang meist im zweistelligen Bereich. In Asien hingegen legte die Gruppe auf 11,5% auf 4,6 Mrd. HKD zu und auch die Geschäfte in Nordamerika liefen zufriedenstellend und wuchsen um über 11% auf 1,1 Mrd. HKD.
Das operative Ergebnis lag, zum einen aufgrund der gesunkenen Umsätze und Wertberichtigungen und zum anderen wegen Retailexpansion in China, deutlich unter dem Vorjahreswert und sank um 33,9 auf 3,786 Mrd. HKD. Der Nettogewinn lag mit 4,226 Mrd. HKD knapp 11% unter dem Vorjahreswert von 4,745 Mrd. HKD.
Nachdem unterjährig 288 chinesische Esprit Franchise-Stores akquiriert wurden, um sie direkt zu betreiben, wird vom Management die Devise ausgegeben, dass China als der Zukunftswachstumsmarkt oberste Priorität habe. Nach der noch andauernden Integrationsphase sollen die Umsätze im Land der Mitte in den nächsten fünf Jahren verdoppelt werden, dazu sollen statt bisher 169 Städte über 400 chinesische Städte mit Esprit Kleidung penetriert werden. Das heißt das die Fläche sowohl im Retail- und Wholesalebereich um 60 bis 70% vergrößert werden soll und auch chinesische “Kleinstädte” im Hinterland angegangen werden sollen.
Aber auch für Deutschland gibt es Neuigkeiten: Am 15. September wird die weltweit größte Esprit-Filiale in Frankfurt eröffnen.







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