Rückkehr in die Top-Liga: Zwei Jahre nach der Insolvenz und Rettung durch die indische Unternehmerin Megha Mittal steht der Münchner Damen-Luxusschneider an der Gewinnschwelle. Der Umsatz in 2011 stieg auf über 300 Mio. Euro.

Der Mann, der weiß was Frauen wollen: Bruno Sälzer führt Escada zurück zu schwarzen Zahlen

Die Financial Times Deutschland schnappte sich bei der Präsentation der neuen Escada Sport Kollektion Bruno Sälzer und befragte ihn zur Lage des Unternehmens. Der Escada-Chef zeigte sich recht offen – warum auch nicht, schließlich kann er einige Erfolge nachweisen: Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis im hohen einstelligen Prozentbereich auf über 300 Mio. Euro. Damit wuchs Escada „stärker als die sieben Prozent im Weltmarkt der hochwertigen Damenmode gewachsen“. Auch für das laufende Jahr will Sälzer besser sein als die Konkurrenz: „Selbst wenn das Marktwachstum sich 2012 auf 2 bis 3% abschwächen sollte, wollen wir erneut besser abschneiden.” Unterm Strich steht 2011 entweder eine „rote oder schwarze Null“.

In 2012 soll das Ergebnis allerdings eindeutig schwarz ausfallen. Der Ertrag hänge aber davon ab, wie viel in die Neugestaltung der Escada-Stores investiert werden. Escada hat sich neu erfunden und steht nun für modernen, leichten Luxus – ein Gefühl, das man auch in den neuen Läden sieht, die übrigens 20% mehr Umsatz machen als die mit dem alten Konzept. Im neuen Jahr sollen netto zehn neue Läden eröffnen. Im Fokus stehen dabei die USA, Deutschland, Spanien, Russland, Japan und China. Insbesondere in Fernost hat Escada große Ambitionen: Dort soll sich die Zahl der Verkaufspunkte bis 2015 verdoppeln.

Sälzers bewies Gespür dafür, was die Kundin will. So gelang es ihm, die Umsätze zu steigern, obwohl die Komplexität der Kollektionen halbiert wurde und die Einstiegspreise um circa 20% gesenkt wurden. Überdies wurde das Lizenzgeschäft ausgebaut: Neben Düften, Brillen und Hauswäsche, erhielt die Swatch-Tochter Swiss Fashion Time jetzt die Lizenz für Uhren und Schmuck.

Foto: MBFW Berlin