Angst vor der Konkurrenz? Der Mannheimer Filialist und das Bauunternehmen Diringer & Scheidel werden nicht länger gemeinsam das neue Stadtquartier Q 6 Q 7 vorantreiben. Der Modehändler wird weder Ankermieter noch will er das Centermanagement übernehmen. Stattdessen soll das eigene Haus aufgewertet werden.

Engelhorn zieht sich aus dem neuen geplanten Stadtquartier Q6 Q7 zurück

Rund fünf Jahre arbeiteten die beiden Mannheimer Richard Engelhorn und Heinz Scheidel an der gemeinsamen Vision des neuen Mannheimer Stadtquartier Q6 Q 7. In der letzten Woche kam das Aus für die Zusammenarbeit, denn Engelhorn zieht sich aus dem Projekt zurück. „Engelhorn wird die ursprüngliche Absicht, im Objekt Q 6 größere Flächen anzumieten sowie das Centermanagement für Q 6 Q 7 zu übernehmen nicht weiter verfolgen“, heißt es in der Mitteilung. Stattdessen will sich Mode- und Sportartikelhändler darauf konzentrieren, „auf eigenen Flächen hochwertige Konzepte zu realisieren“. Unter anderem soll Engelhorn im Quadrat O 5 um zwei Geschosse erweitert werden, um Raum für zusätzliche Verkaufsfläche und Klimatechnik zu schaffen. Über die Gründe des Ausstiegs wird nur spekuliert: Viele vermuten, dass der Mannheimer Platzhirsch Angst vor möglichen Konkurrenten hatte, schließlich hätte als Centermanagement und Ankermieter ein „Interessenkonflikt“ zu anderen Anbietern im gleichen Genre bestanden. Eigentliches Ziel war es ursprünglich, Mannheims Attraktivität als Einkaufsstadt (und damit auch Engelhorns Einfluss) zu erhöhen.

Das Bauunternehmen Diringer & Scheidel will das Projekt Q 6 Q 7 wie geplant auch ohne Engelhorn-Unterstützung weiter vorantreiben. Neben einem Shoppingcenter sind im neuen Stadtquartier auch Wohnungen, Büros und ein Hotel geplant. Das Projektvolumen beläuft sich auf mehr als 310 Mio. Euro. In Mannheim ist man überzeugt, dass das offene Center gut besetzt werden wird und die Innenstadt weiter aufwertet. Die Eröffnung ist für 2016 geplant.

Fotos: Diringer & Scheidel