Die Kaufkraft der Deutschen steigt
Europa in der Krise, nur die Deutschen gehen weiter shoppen. Nach einer Erhebung der GfK steigt die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft um über 550 Euro an. Die Nachricht ist nur scheinbar gut, denn nicht alle Deutschen profitieren von der Entwicklung und die Schere zwischen Arm und Reich bleibt bestehen.
Immer noch ein Ost-West-Gefälle: In den blauen Regionen liegt die Kaufkraft unter dem Durchschnitt, in den roten Gebieten darüber
Nach der Studie “GfK Kaufkraft Deutschland 2013“ werden die Deutschen im nächsten Jahr nominal 554 Euro pro Kopf mehr für Konsum, Miete oder andere Lebenshaltungskosten ausgeben können als in 2012.
Insgesamt prognostiziert die GfK Geomarkting eine Kaufkraftsumme von 1.687,7 Mrd. Euro für Gesamtdeutschland, was einem Pro-Kopf-Wert von 20.621 Euro entspricht. Das sind 2,9% mehr als im Vorjahr. Im Hinblick auf die prognostizierte Inflationsrate von 1,5% bleibt somit nicht nur ein nominaler sondern auch realer Kaufkraftzuwachs von 1,4%. Die Sprecherin der GfK Abteilung Market Data & Research Simone Baecker-Neuchl spricht von einer „leicht positiven Nachfrageentwicklung“.
Allerdings profitieren nicht alle Deutschen von der eigentlich recht positiven Entwicklung. So müssen Rentner Kaufkrafteinbußen hinnehmen, weil die Rentenentwicklung unterhalb der Inflationsrate liegt, genauso wie Arbeitnehmer, deren Löhne und Gehälter weniger stark steigen.
Auch regional unterscheidet sich die Kaufkraft drastisch: Während die Bürger in Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg über überdurschnittlich viel Kaufkraft verfügen, weisen viele ostdeutsche Bundesländer eine deutlich geringere Kaufkraft auf und sind die Schlußlichter im Ranking. Die Kluft zwischen Arm und Reich bleibt dabei bestehen: Während den Starnbergern durchschnittlich über 30.509 Euro zur Verfügung stehen, sind es bei den Bürger von Görlitz mit 15.687 Euro knapp die Hälfte.
Grafik: GfK















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