Trotz Luxus bleibt die Planwirtschaft: Bis 2015 soll China die Nation sein, die auf der Welt die meisten Highend-Produkte konsumiert. Die Regierung unterstützt den Trend zu mehr Luxus, aber nur den aus dem eigenen Land.

Louis Vuitton Store Shanghai

Louis Vuitton Store in Shanghai: Befriedigung für luxushungrige Chinesen

Vor wenigen Jahren noch, galt China als das führende Billiglohnland. Mittlerweile macht sich das Reich der Mitte allerdings auch einen Namen als luxus- und konsumhungrige Nation. Die neue Klasse der nouveau-riche, die in den Millionenmetropolen heranwächst, wird Japan in weniger als vier Jahren als die Nation ablösen, die weltweit die meisten Luxusprodukte konsumieren wird. Dies erklärte der Handelsminister Chen Deming am Montag auf dem 11. National People’s Congress in Peking.

2010 stieg die Nachfrage nach Luxusartikeln in China um 23%. Die Zahl der Chinesen, die nach Paris, New York oder London zum Shoppen fliegen, habe sich um 30% erhöht.

Der Wechsel vom Produktions- zur Konsumnation wird beflügelt von der immer noch wachsenden Milliarden-Bevölkerung, steigenden Einkommen, insbesondere in der chinesischen Mittelschicht, dem besonderen Statusbewusstsein vieler Asiaten und natürlich den fehlenden chinesischen Eigen-Luxusmarken. Auch die führenden Luxus-Modehäuser wie etwa Louis Vuitton, Hermés oder Gucci haben den Trend erkannt und expandieren mit eigenen Stores im Riesenreich. Die chinesische Regierung dagegen, will die eigenen Marken fördern und dafür sorgen, dass „Made in China“ auch für Luxus und Qualität steht. So könnten die Chinesen direkt von dem im eigenen Land produzierten Waren profitieren. Überdies will die Regierung das Vertriebsnetzwerke stärken und den Einzelhandel stärker regulieren.