Der Traditionshändler aus Stuttgart ist in Expansionslaune: Um im „zunehmenden Verdrängungswettbewerb“ bestehen zu können, soll der Name Breuninger vielleicht auch bald in München, Frankfurt, Köln oder Hamburg etabliert werden. In Düsseldorf wird im Oktober eine neue Filiale eröffnet.

Breuninger_Stammhaus Stuttgart

Von Stuttgart in die Welt: Breuninger soll deutschlandweit bekannter werden

E. Breuninger GmbH & CO.Willy-Oergel

Für Willy Oergel ist Expansion die Antwort auf den “zunehmenden Verdrängungswettbewerb”

Willy Oergel, Vorstandschef des Stuttgarter Kaufhauses Breuninger, setzt angesichts des sich verschärfenden Verdrängungswettbewerbs auf eine noch stärkere Expansion. Der Nachfolger von Wilhelm van Agtmael liebäugelt neben Frankfurt, Köln und Hamburg in erster Linie mit einem eigenen Standort in München. Allerdings ist es nicht so leicht, innerstädtische Flächen in der Größenordnung von rund 20.000 Quadratmetern zu finden, so Oergel. In Düsseldorf hatte man Glück: Dort wird Breuninger im Kö-Bogen, einem Libeskind-Bau, im Oktober diesen Jahres seine Rhein-Dependance eröffnen. Noch betreibt Breuninger zehn Häuser, davon sechs in Baden-Württemberg (das Stammhaus in Stuttgart, Reutlingen, Freiburg, Karlsruhe, Sindelfingen und Ludwigsburg); die anderen vier liegen in Nürnberg, Sulzbach im Taunus, Leipzig und Dresden. Mit diesen Filialen setzten die Schwaben in 2012 insgesamt 516,1 Mio. Euro um, 1,5% mehr als im Vorjahr. Für das neue Jahr hat Oergel keine großen Wachstumsambitionen, man will sich aber „besser schlagen als der Markt“, erklärte der 60-Jährige in der letzten Woche in Stuttgart. Dazu gehört auch, dass Onlinegeschäft weiter auszubauen, schließlich winken dort zweistellige Zuwachsraten, wenn auch noch auf relativ niedrigem Niveau.

Beim Streit um die geplante Erweiterung im Breuingerland in Sindelfingen will Oergel hart bleiben und zur Not gerichtlich gegen die sich querstellenden Nachbargemeinden vorzugehen: „Es kann nicht sein, dass wir gezwungen werden, im Bestand zu bleiben”, erklärte er.

Zur Ertragslage gab das Unternehmen keine Informationen preis. Dafür betonte man, dass man seit dem vierten Quartal 2012 auf stundenflexible Arbeitsverträge verzichte. Die meisten der rund 5.500 Beschäftigten haben reguläre Voll- oder Teilzeitverträge.

Fotos: Breuninger