Brax verliert Umsatz, bleibt aber angriffslustig
Auch die Besten brauchen mal eine Verschnaufpause. Nach Jahren des unaufhaltsamen Wachstums muss der ostwestfälische Modeanbieter nun einen leichten Umsatzknick verbuchen. Doch das entmutigt die Herforder ganz und gar nicht.
Brax Stores: Die eigenen Geschäfte laufen gut – plus 5% auf gleicher Fläche
Brax Feel good! „Wir werden mutiger in unseren Kollektionen“
Ohne Drewalowski: Die vier Brax-Geschäftsführer Michael Horst, Joachim Beer, Stefan Brandmann, Thomas Dalsass (stehend, v.l) mit Marc Freyberg (Geschäftsleiter Marketing/eCommerce und Unternehmenssprecher)
Nach elf Jahren in Folge, in denen Brax stets neue Umsatzrekorde vermelden konnte, war 2015 nun „ein Konsolidierungsjahr“, wie es Unternehmenssprecher Marc Freyberg betitelt. Die Umsätze sanken um 3% auf 307,8 Mio. Euro. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: Zum einen die allgemein schwierige Branchenentwicklung, weitere Einbrüche in Russland und China sowie der starke Franken in der Schweiz. Der Auslandsumsatz ging insgesamt leicht auf 87,9 Mio. Euro zurück; Zuwächse in Belgien, Skandinavien und Kanada konnten die massiven Rückgänge zu großen Teilen kompensieren.
Abgesehen davon positionierte sich das Herforder Unternehmen in 2015 aber nach wie vor überzeugend als Komplett-Outfit-Anbieter: Die Outdoor-Linie für Frauen und Männer erreichte ein Plus von 5,5%, auch die DOB Knitwear entwickelte sich „erfolgreich“. Die in 2014 erstmals vorgestellte Schuhlinie wurde von Handel „sehr gut“, sogar „besser als erwartet“, angenommen.
Zuwächse von 20% erreichte Brax mit seinen eCommerce-Aktivitäten, die in 2016 mit dem Launch des Schweizer Onlineshops weiter ausgebaut werden sollen. Mit den mittlerweile 109 Retail-Stores konnte ein Umsatzplus von 17% verbucht werden, auf gleicher Fläche lag das Plus bei immerhin soliden +5%. Die Zahl der Shop-in-Shops und vertikaler Partnerschaften wurde auf 1.863 Flächen (+100) weltweit ausgeweitet.
Mit neuer Ausrichtung dichter am Kunden
Gleichzeitig wurden im Konsolidierungsjahr 2015 die Weichen für Themen wie Vertikalisierung 2.0, Multichannel und Digitalisierung gestellt. So ist neben der Modernisierung der NOS- und Depotsysteme die Einsteuerung von Flashprogrammen geplant. Parallel dazu wird Brax sich ab Mitte 2016 mithilfe von SAP enger mit dem Fachhandel verzahnen. In diesem Sinne sollen auch Online- und Offlinehandel enger verknüpft werden: Mit Click & Reserve wird das Onlinebusiness an die stationären Ladentheken gebracht, mit ausgewählten Testpartnern wird ab der zweiten Jahreshälfte eine umfassende Testphase inklusive Endverbraucherkampagne und Mailings gestartet.
„Wir sehen dem Jahr 2016 positiv entgegen. Die aktuellen Marktveränderungen sind eine große Chance für uns. Wir werden mutiger in unseren Kollektionen, schneller in unseren Systemen und noch innovativer in der Kommunikation mit dem Endverbraucher“, fasst es Unternehmenssprecher Freyberg zusammen, und kündigt an, sich in 2016 noch stärker internationaler aufzustellen und den Exportanteil von einem Drittel auf gut 40% auszubauen. Wichtigste Treiber dafür sind, das Ende der Zusammenarbeit mit einem großen Partner in Österreich, was Brax die Chance gibt, sich dort schlagkräftiger aufzustellen, sowie der Markteintritt in die USA mit Unterstützung der Handelskette Nordstrom.
Fotos: Brax – Leineweber Gruppe







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