Bei Karstadt holpert’s weiter
Keine Trendwende in Sicht: Wie das Handelsblatt berichtet, soll der Essener Warenhauskonzern im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsberichts weniger umsetzen, als prognostiziert wurde.
Karstadt braucht Konzepte, damit die Leute wieder in die Filialen kommen
Auch Eva-Lotta Sjöstedt kann das Ruder nicht so schnell rumreißen wie erhofft. Laut Medienberichten soll der Karstadt-Konzern mit seinen 83 Warenhäusern erneut an Umsatz verloren haben und weiter tief in den roten Zahlen stecken. Im ersten Halbjahr (Oktober 2013 bis März 2014) ist der Umsatz um 3,9% auf 1,413 Mrd. Euro gesunken. Damit haben die Erlöse auch 1,9% unter den eigenen Prognosen gelegen. Das bereinigte EBITDA soll bei 25 Mio. Euro gelegen haben, während der Verlust sich auf 34 Mio. Euro summierte. Mit nur einer Million weniger als in der Vorjahresvergleichsperiode ist das kein wirkliches Aufwärts-Signal.
Nichtsdestotrotz soll es Zeichen der Besserung geben: Seit dem Jahresanfang (Januar und Februar) sollen die Umsätze 2,2% über dem Vorjahr gelegen haben. Seit dem Amtsantritt von Sjöstedt Ende Februar allerdings wurden die Rabattaktionen drastisch zurückgefahren, so dass sich die Marge merklich verbesserte. Ohne Rotstift-Ankündigungen litt allerdings die Frequenz, was zu Lasten des Umsatzes ging: Laut Handelsblatt-Informationen soll der März-Umsatz über 16% unter dem Vorjahr gelegen haben. Ob der Rückgang allein darauf zu schieben ist, weiß man nicht, schließlich fand Ostern dieses Jahr drei Wochen im April später statt.
Das Karstadt immer noch ein Sorgenkind ist, ist kein Geheimnis. Auch Meldungen wie diese und rote Zahlen, sind nicht neu und wird es wohl auch in Zukunft geben. Was aber nachdenklich stimmt, ist, dass insbesondere das Vorweihnachtsgeschäft katastrophal gelaufen sein muss. Gerade im Vorfeld zu geschenke-lastigen Feiertagen war das Geschäftsmodell „Warenhaus“ unschlagbar: Parfum für die Mama, Socken und Krawatten für den Papa, Spielzeug für die Kleinen, Delikatessen für den Tisch, Deko für’s Wohnzimmer und Karten für die Verwandten. Was also passiert, wenn Karstadt nicht mal mehr an diesen Tagen Kunden in die Filialen ziehen kann, dann sind die Aussichten für das restliche Jahr wohl ziemlich düster. Man kann dem deutschen Traditionshandelshaus nur wünschen, dass die Ideen der Mitarbeiter so viel Potential entfalten, dass Karstadt wieder attraktiv wird. Ansonsten wird es wohl weitere Meldungen zu Umsatzrückgängen und roten Zahlen geben.







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