Ausbau der Premiumsparte: Der westfälische Modekonzern verhandelt über die Übernahme der Textillizenzen für die französische Modemarke. Ahlers ist seit knapp 20 Jahren Lizenznehmer der Marke.

Pierre Cardin

Ahlers betreibt die Marke Pierre Cardin bislang nur als Lizenznehmer

Die Herforder Ahlers AG befindet sich Presseberichten zufolge in Übernahmeverhandlungen mit dem französischen Lizenzgeber Pierre Cardin. Ende der vergangenen Woche bestätigte die Vorstandsvorsitzende Dr. Stella Ahlers gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass man derzeit verhandele, um möglichst alle Textil-Lizenzen zu kaufen und nicht länger Lizenznehmer zu sein.

Bisher zahlt der Herforder Modekonzern Gebühren für die Einzellizenzen an der Marke Pierre Cardin. Die Lizenzpartnerschaft begann im Jahr 1992. Mit der Übernahme der Lizenzen könnte Ahlers das gut laufende Premiumsegment weiter ausbauen. Bisher ist das Geschäft mit Pierre Cardin auf einzelne Länder und Produkte beschränkt. Hinderlich könnten sich bei der Übernahme der Textillizenzen die etwas überzogenen Preisvorstellungen des 88-jährigen gleichnamigen Modeschöpfers sein. Anfang Mai hatte er dem Wall Street Journal gegenüber erklärt, seinen Namen und die daran hängenden Lizenzverträge für rund 1 Mrd. Euro veräußern zu wollen.

Ahlers hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 einen Gesamtumsatz von 250 Mio. Euro erlöst. Die drei Premiummarken Pierre Cardin, Baldessarini und Otto Kern haben dazu mehr als die Hälfte beigetragen. Die Marke Pierre Cardin konnte insbesondere im Ausland (Österreich und Russland) starke Zuwächse verzeichnen.

Foto: Ahlers