Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller kann aufgrund von Währungseffekten und einer schwächelnden Nachfrage in Europa für die ersten sechs Monate nicht mal ein Pari beim Umsatz verbuchen. Das Management korrigiert daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr nach unten.

adidas Store Berlin

Gute Umsätze in den eigenen Store retten die Umsatzbilanz zur Halbzeit etwas

Auch die erfolgsverwöhnte adidas Gruppe hat es im ersten Halbjahr 2013 nicht leicht gehabt und unter der allgemeinen Kaufzurückhaltung gelitten. Der Konzernumsatz sank im ersten Halbjahr aufgrund von Währungseffekten um 3% auf 7,134 Mrd. Euro. währungsbereinigt blieb er auf dem Vorjahresniveau. Während der Umsatz im Großhandelssegment um 5% (währungsbereinigt um 2%) auf 4,5 Mrd. zurückging, konnte im Einzelhandel ein Umsatzplus von 3% (währungsbereinigt um 6%) auf 1,6 Mrd. Euro verbucht werden. Heftige Umsatzeinbrüche von 9% musste der Konzern mit den drei Streifen in Westeuropa hinnehmen – hier rutschten die Erlöse von 2,1 Mrd. auf 1,9 Mrd. Euro. Hauptgrund hierfür war die hohe Vorlage aus 2012, die von den guten Abverkaufszahlen im Zuge der Fußball-EM beeinflusst war. In allen anderen Regionen konnte Adidas dagegen währungsbereinigt mehr oder weniger stark zulegen. Die größten Wachstumsimpulse gab es aus Lateinamerika (+16%), wobei die Region mit 765 Mio. Euro noch zu den kleinsten Märkten des Unternehmens gehört.

Auch unterm Strich hielt Adidas den Ball eher flach: Zwar konnten Bruttomarge und operative Marge leicht um 2,1 bzw. 0,7 Prozentpunkte erhöht werden, das Betriebergebnis lag mit 252 Mio. Euro jedoch 2% unter dem Vorjahresvergleichswert und der Gewinn vor Steuern mit 236 Mio. Euro nur knapp darüber. Der auf Anteilseigner entfallende Konzerngewinn erhöhte sich im ersten Halbjahr um 6% auf 480 Mio. Euro.

Angepasste Prognose

Aufgrund des schwachen Marktumfeldes und der ungünstigen Währungsentwicklung passte der Konzern seine Gesamtjahresprognose an. Statt eines Umsatzanstiegs im mittleren einstelligen Bereich rechnet das Management jetzt nur noch mit einem währungsbereinigten Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Bruttomarge soll dagegen deutlich auf 49% verbessern. Bei den betrieblichen Aufwendungen rechnet man aufgrund der zunehmenden Retailexpansion und weiteren Marketinginvestitionen mit einer leichten Anhebung im Verhältnis zum Umsatz. Der auf Anteilseigner entfallende Konzerngewinn soll letztlich zwischen 890 und 920 Mio. Euro liegen. Vorstandschef Herbert Hainer zeigt sich trotz alledem zuversichtlich: „Aus strategischer und operativer Sicht sind wir jedoch nach wie vor auf einem sehr guten Weg. Die Fülle an Produktneuheiten, deutliche Marktanteilssteigerungen in wichtigen Kategorien und in den Schwellenländern sowie die Vorfreude auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ tragen zu einer verbesserten Stimmung im Markt bei.“