Doppelmoral: Der US-Modekonzern war zuletzt wegen seiner diskriminierenden Firmenpolitik immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Durch eine neue Anti-Mobbing-Kampagne soll das angekratzte Image nun wieder aufpoliert werden. Allerdings thematisiert diese genau die Aspekte, die den Konzern ins Kreuzfeuer gebracht hatten.

Abercrombie & Fitch

Abercrombie & Fitch thematisiert mit seiner Kampagne genau die Aspekte, die den Konzern in die Kritik gebracht haben

Der amerikanische Modehersteller Abercrombie & Fitch hat eine neue Kampagne lanciert, die Mobbing-Prävention in Amerika fördern soll. Um die Problematik ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, will das Unternehmen bedruckte Shirts auf den Markt bringen. Außerdem finden ab dem 1. Oktober überall im Land rund 20 Konferenzen unter dem Motto Are you an Ally? …#BeInclusive #EraseExclusion statt. Darin werden die Auswirkungen von Mobbing diskutiert und durch persönlichen Erfahrungsaustausch Lösungen erarbeitet.

In Zusammenarbeit mit dem Mobbing-Experten Dr. Joel Haber und anderen Organisationen und Personen wie der Schülerin Cali Linstrom, die auf unterrepräsentierte Minderheiten spezialisierte National Society of Highschool Scholars (NSHSS) oder der Nonprofit-Organisation No Bully wurden die Ziele der Kampagne konkretisiert. strategischen Partnern an einen Tisch gesetzt, um die Anti-Mobbing-Ziele zu konkretisieren. Laut Todd Corley, Senior Vice President Diversity und Inclusion bei Abercrombie & Fitch, bietet die Kampagne ein sicheres und unterstützendes Forum für Jugendliche zum optimalen persönlichen Austausch. Ihm zufolge seien die Diversity-Initiativen ganz auf die Firmenkultur abgestimmt.

Man könnte meinen, die Kampagne ist ein Versuch, die vergangenen Fehler wieder gut zu machen. Schließlich stand der Konzern genau wegen seiner diskriminierenden Firmenpolitik in mehr als nur einem Fall in der Kritik. Angesichts der vielen negativen Schlagzeilen, etwa wegen der Entlassung einer kopftuchtragenden Mitarbeiterin oder der Aussage des CEOs Mike Jeffries, der  verlauten ließ, dass seine Mode ausschließlich für gutaussehende Kunden gemacht sei, erscheint die Kampagne etwas absurd. Inwiefern die neue Kampagne nun der Firmenkultur entspricht, ist mehr als fraglich, allerdings könnte sie ein Versuch sein, die eigene Unternehmensphilosophie komplett zu überarbeiten…

Foto: Abercrombie & Fitch