Zalando will weiter Gas geben
Der Berliner Onlinehändler hat seinen ersten offiziellen Geschäftsbericht veröffentlicht. Der zeigt nicht nur, wie viel das Unternehmen und seine Geschäftsführer tatsächlich verdient haben, sondern auch, was Zalando in den nächsten Jahren noch so alles vorhat.
Zalando Pakete werden wohl zukünftig noch größer ausfallen, denn der Onlinehändler will seine Kunden in allen Aspekten noch besser beliefern
Die Zalando SE sieht sich für das kommende Jahr gut aufgestellt. Nach der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen hat der Onlinehändler nun seine endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 veröffentlicht. Demnach rechnet das Unternehmen nach einem Umsatzzuwachs 25,7% auf 2,214 Mrd. Euro erneut mit einem satten Plus zwischen 20 und 25%. Die EBIT-Marge soll dabei auf dem Vorjahresniveau von 2,8% (62 Mio. Euro) bleiben. Bereinigt hatte die EBIT bei 82 Mio. Euro (Vorjahr: -109 Mio. Euro) gelegen. Es gehe aktuell nicht darum, die Marge zu erhöhen, sagte der für Finanzen zuständige Vorstand Rubin Ritter, der Fokus liege vielmehr profitablem Wachstum, d.h. es wird weiter aus dem Cash-Flow in operative Prozesse investiert statt das Gewinnpolster aufzustocken. Konkret sieht Zalando noch Potential bei der Verbesserung des Angebots durch günstigere Einstiegspreislagen und Ausbau bestimmter Kategorien wie etwa Wäsche Übergrößen, Women Sports oder kleine Größen, sowie schnellere Lieferungen einfachere Retouren, mehr mobile Nutzungsmöglichkeiten sowie Kundenbindungsprogramme.
Oberste Priorität hätte die Kundenzufriedenheit. Zalando glaubt daher auch stark an das Plattform-Modell. Ziel ist es, Zalando zur Online-Fashion-Destination zu machen – egal ob für Billig oder Premium, egal ob nur für die konkrete Produktsuche, das undefinierte Stöbern oder persönliche Beratung durch einen Stylisten wie beim kürzlich gestarteten Curated Shopping. Auch für Marken soll die Plattform noch attraktiver werden. Herstellern gegenüber will sich das Unternehmen als Dienstleister und Distributionspartner versuchen – durch Einbindung ihrer Lagersysteme, verbesserter Abverkaufsanalysen sowie des Angebots von Werbemöglichkeiten auf den Zalando-Kanälen. Um all dies zu stemmen, will Zalando weiter neue Mitarbeiter rekrutieren: Aktuell beschäftigt das Unternehmen knapp 7.600 Leute (die meisten davon unter 30 und in der Logistiksparte). Neueinstellungen wir es aber vor allem im technischen und kommerziellen Bereich geben. Dafür ist die Gruppe finanziell gut ausgestattet: Die Eigenkapitalquote liegt nach dem Börsengang bei über 63% (+12%) und das Bankkonto weist immerhin mehr als 1 Mio. Euro aus.
Auch sonst ist der Geschäftsbericht recht aufschlussreich: So erwirtschaftete die Einzelgesellschaft Zalando SE nach einem Verlust von 115 Mio. Euro im Vorjahr in 2014 einen Überschuss von knapp 36 Mio. Euro. Damit ist die Einzelgesellschaft immerhin raus aus den roten Zahlen. Von den Gesamterlösen wurden 1,056 Mrd. Euro (+17%) in der DACH-Region umgesetzt, während der Umsatz in den anderen europäischen Märkten um 37% auf 863 Mio. Euro anstieg. Insgesamt zählte die Gruppe europaweit über 14,7 Mio. aktive, happy Kunden. Der Anteil der mobilen Nutzung lag bei über 42%, im letzten Quartal sogar bei 48%. Der durchschnittliche Warenkorb nach Retouren betrug durchschnittlich 66,6 Euro. Durchschnittlich orderten Kunden 2,8 x im Jahr – so dass Zalando jedes Jahr im Schnitt 203 Euro pro Kunde verdiente – rund 9% als im Vorjahr und dass obwohl Marketing- und Fulmillment-Kosten merklich gesenkt werden konnten. Gesunken sind auch die Vorstandsbezüge: Nachdem Gentz, Ritter und Schneider in 2013 ordentlich abgesahnt haben (31,8 Mio. Euro), lag ihr Salär in 2014 bei bescheidenen 0,6 Mio. Euro.
Foto: Zalando







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