International gedacht: Der Berliner Onlinehändler wird erneut die Rechtsform wechseln und zwar zur Societas Europaea (SE). Damit trägt das Unternehmen seiner internationalen Ausrichtung Rechnung ... und befeuert Börsengang-Spekulationen.

Zalando denkt und handelt europäisch – zukünftig als Societas Europaea

Der Onlinehändler Zalando wird im Sommer 2014 erneut eine Umwandlung der Rechtsform vollziehen. Nachdem das Unternehmen im Dezember 2013 erst zur AG umfirmiert wurde, soll Zalando zukünftig als Europäische Aktiengesellschaft (SE) agieren. Mit der neuen Rechtsform trage man dem europaweiten Charakter von Zalando Rechnung, schließlich wird mehr die Hälfte des 1,8 Mrd. Euro-Umsatzes außerhalb vom Heimatmarkt Deutschland erzielt, erklärte Geschäftsführer Rubin Ritter gegenüber der WirtschaftsWoche. Das dürfte für viele, die einen Börsengang für unausweichlich halten, Wasser auf die Spekulations-Mühlen geben. Ritter sieht das offenbar ähnlich, will sich zeitlich aber nicht festlegen: Ein Börsengang sei eine Option, aber „kein Automatismus”.

Er legt den Fokus momentan aber stärker auf das operative Geschäft: Zalando soll weiter organisch wachsen und Marktanteile gewinnen und dabei zunehmend profitabler arbeiten. Einen genauen Zeitpunkt für den Eintritt der Gewinnschwelle soll es aber nicht geben. Momentan konzentriere sich das Unternehmen auf zwei Bereiche: Zum einen soll das Mobile-Geschäfts ausgebaut werden. Insbesondere in Südeuropa gäbe es für den Bereich „viel Wachstumspotential“. Zudem arbeitet das Unternehmen an neuen Smartphone-Angeboten. Nach dem Weggang von Marketingdirector Christian Meermann wird auch eine neue Strategie gefahren: Der „Schrei vor Glück“ wird (zum Glück) bald nicht mehr zu hören sein: Zalando will sich stärker als seriöser modeaffiner Online-Anbieter etablieren, der mit Trend-Gespür, Kompetenz und Service überzeugt.