Der Kampf um Karstadt beherrscht diese Woche wieder die Wirtschaftsgazetten. Die Verhandlungen mit dem einzigen Bieter Triton sind festgefahren. Ver.di sieht das Ende der Fahnenstange erreicht. Gibt es noch Hoffnung auf Rettung oder droht jetzt doch die Zerschlagung?

Der Streit um Karstadt spitzt sich zu und Insolvenzverwaltung und dem Finanzinvestor Triton, der bisher einzige Bieter für die insolvente Warenhauskette, liefern sich einen öffentlichen Schlagabtausch. Triton hatte nach Abgabe seines Kaufangebotes weit reichende Zugeständnisse von den Arbeitnehmern und den Kommunen verlangt. Etwa sollen verlustbringende Sortimente an fremde Unternehmen abgegeben werden – inklusiver der 5.000 Beschäftigten. Außerdem soll die vereinbarte Reduzierung der Gehälter um 8% länger andauern als ursprünglich vereinbart. Dies ist nach Ansicht der Gewerkschaft Ver.di nach den Sanierungsbeitrag in Höhe von 150 Millionen Euro nicht drin. „Das ist das Ende der Fahnenstange», so die Verdi-Sprecherin Cornelia Haß am Dienstag. „Sie versuchen, den Beschäftigten die Pistole auf die Brust zu setzen. Diese erpresserische Herangehensweise lässt an der Ernsthaftigkeit des Unternehmens zweifeln.“ kritisierte Haß weiter.

Karstadt Steps Up Bid For State Aid

Es wird dunkel für Karstadt - findet sich nicht bald eine Einigung droht die Zerschlagung

Triton verspricht auf der anderen Seite Investitionen von 428 Mio. Euro in fünf Jahren. Sollte man keinen Kompromiss finden, droht Triton damit sein Angebot zurückzuziehen. „Wenn kein konstruktives Engagement auf Arbeitnehmerseite erkennbar ist, ist das Triton-Konzept zur Sanierung von Karstadt hinfällig“, sagte ein Triton-Sprecher. Und die Zeit läuft davon: wenn bis zum 28. Mai keine Unterschrift unter dem Kaufvertrag stehe, droht Karstadt die Zerschlagung.

So spitzt sich die Konfrontation zu: Triton droht mit Rückzug, Ver.di will keine weiteren Einschnitte und der Insolvenzverwalter bringt immer wieder Gerüchte um weitere Investoren in Umlauf. Am Dienstag sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, dass es zwei ernsthafte Interessenten gebe. Namen konnte oder wollte er allerdings nicht nennen. Die Interessenten waren allerdings auch schon vor zwei Wochen ins Spiel gebracht worden.

Währenddessen wird auf der anderen Seite der Steuererlass für Gewerbesteuereinnahmen aus dem sogenannten Sanierungsgewinnen der insolventen Arcandor-Tochter diskutiert. Mainz, Göttingen und Gießen haben Ihre Bereitschaft zum Verzicht signalisiert. Die klamme Stadt Duisburg hat den Steuerverzicht abgelehnt und Dresden wartet noch ab.