Tom Tailor verdoppelt Umsatz und Verlust
Wind und Wetter getrotzt: Der hanseatische Lifestyle-Konzern konnte zwar den Halbjahresumsatz und das operative Ergebnis verdoppeln, allerdings steckt das Unternehmen weiterhin in den roten Zahlen, denn auch der Verlust verdoppelte sich knapp.
Zugpferd Tom Tailor: Zum 18. Mal in Folge flächenbereinigt gewachsen
Die Tom Tailor AG kann eine halbwegs gute Bilanz für das erste Halbjahr ziehen. Der Konzernumsatz steigerte sich wegen starker organischer Zuwächse bei der Dachmarke Tom Tailor und der Konsolidierung der weiteren Dachmarke Bonita um 96% auf 407 Mio. Euro.
Tom Tailor erhöhte seine Umsätze um 36,7 Mio. auf 245 Mio. Euro. Dabei erwieß sich das Retail-Geschäft der Hanseaten mit einem Plus von mehr als 26% auf 108 Mio. Euro als überaus krisen- und witterungsfest. Flächenbereinigt lag das Plus bei 13,1%, damit wuchs die Marke auf vergleichbarer Fläche bereits das 18. Quartal in Folge. Im Wholesale konnte Tom Tailor mit 11,8% auf 137 Mio. Euro ebenfalls stark zulegen. Die seit August 2012 konsolidierte Marke Bonita litt hingegen unter schwacher Nachfrage im Zuge der schwierigen Witterungsbedingungen und musste einen Umsatzrückgang von 6% auf 163 Mio. Euro verbuchen. Flächenbereinigt lag das Minus sogar bei knapp 10%. Allerdings wird damit gerechnet, dass sich Bonita im Zuge der Integration in den Tom Tailor Konzern bald ähnlich gut entwickeln wird wie die Marke Tom Tailor. So wurde der Produktionsentwicklungsprozess um 16 Wochen verkürzt, um flexibler auf Trends reagieren zu können. Ab Herbst 2013 sollen die ersten Kollektionsteile aus diesem nur noch 24 bis 28 Wochen dauernden Prozess auf die Fläche kommen. Neue Marketingmaßnahmen sollen darüber hinaus das Profil von Bonita schärfen, so dass die Unternehmensführung ab dem 4. Quartal mit positiven Impulsen rechnet.
Tief in den roten Zahlen
Der Hamburger Konzern freute sich dennoch über erfreuliche Zahlen bei Rohertrag und EBITDA: In den ersten sechs Monaten stieg die Rohertragsmare um 5,7 Prozentpunkte auf 56,2% und das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA) konnte sich auf 25,8 Mio. Euro mehr als verdoppeln (+119%). Allerdings lag das berichtete Periodenergebnis wegen erhöhter Einmalaufwendungen zur Übernahme und Integration von Bonita weiter in den roten Zahlen. Der Verlust aus dem Vorjahr in Höhe von -7,2 Mio. Euro verdoppelte sich nahezu auf -13,9 Mio. Euro.
Angepasste Prognose
Aufgrund der trotz alledem starken witterungsbedingten Beeinträchtigungen in der ersten Jahreshälfte, rechnet der Vorstand damit, die Umsatzausfälle im zweiten Halbjahr nicht kompensieren zu können. Deshalb geht der Konzern nunmehr von einem Konzernumsatz zwischen 890 und 910 Mio. Euro und einem bereinigten EBITDA zwischen 85 und 95 Mio. Euro aus.
Fotos: Tom Tailor







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