Diego, der Baumeister: Der Erbe und CEO des italienischen Luxus-Schuhherstellers hat der italienischen Regierung 25 Mio. Euro angeboten, damit sie das römische Wahrzeichens so schnell wie möglich renoviert. Die Bauleitung will er aber lieber jemand anderem überlassen.

Das Kolosseum braucht ein Faceliftung - Diego della Valle würde es mit 25 Mio. Euro sponsern

Vor einigen Monaten hatte die italienische Regierung Unternehmen gesucht, die – als Gegenleistung für Werbeflächen am Kolosseum – die Sanierung des 80 n. Chr. erbauten Baudenkmals zahlen würden. Die Angebote, die dafür eingingen, wurden von der zuständigen Stelle als für nicht „angemessen“ gehalten. Dann trat in der letzten Woche Diego della Valle, der CEO von Tod’s, auf den Plan. Er verkündete, dass er die Renovierung des Kolosseums sofort mit 25 Mio. Euro unterstützen würde.

An Werbeanzeigen hat der 57-jährige Millionär kein Interesse: „Es werden keine Tod’s Schuhe oder Taschen an den Wänden des Kolosseums hängen. Wir sind Botschafter des italienischen Lifestyles und es ist unsere Pflicht so eine starkes Symbol zu schützen.“ Einzige Bedingung für sein Engagement sei, dass die Renovierung, die voraussichtlich drei Jahre dauern wird, so bald wie möglich beginnen müsse, wenn Italien „kein zweites Pompeii“ erleben wolle. Das Kolosseum hatte in den letzten Jahren stark unter dem Rütteln der U-Bahn und dem umliegenden Verkehrs sowie den durchströmenden Touristenmassen gelitten. Die Fassade ist rußgeschwärzt und im Mai war sogar ein Teil der Decke eingestürzt. „Es kann nicht sein, dass man in Italien immer wieder von einstürzenden Ruinen hört“, erklärte der dynamische Unternehmer, der in letzten Zeit auf ein starkes Erhaltungsinteresse an einem New Yorker Kaufhaus gezeigt hatte.

Außerdem will della Valle die Bauarbeiten nicht selbst organisieren, sondern lediglich als Sponsor auftreten. Geld wäre jedenfalls genug vorhanden: In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres soll der operative Gewinn bei 133 Mio. Euro gelegen haben – das sind 24% als in 2009. Della Valle erklärte, dass er Ende des Jahres definitiv eine Budgetaussage machen könnte.

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