Bremser statt Rückenwind: Während die Textilindustrie schwächelt, kann die Modeindustrie sich noch gut behaupten. Dennoch belasten die Euro-Krise und die unsichere Konjunktur in Asien das Geschäft, so dass mit einer weiteren Abschwächung der Umsätze gerechnet wird. Auch die EEG-Umlage gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit von NRWs Textilindustrie.

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Einigkeit beim ZiTex-Branchengespräch: Wirtschaft, Politik und Gewerkschaft ziehen an einem Strang gegen die EEG-Umlage

Um die nordrhein-westfälischen Textil- und Bekleidungsindustrie ist es nicht gerade glänzend bestellt, das ist das Fazit des ZiTex-Branchengespräch, das am 19. April in Düren stattfand. Nach guten Werten in 2011 entwickelten sich die Umsatz- und Beschäftigtenzahlen in der Textilbranche negativ. Bei der Bekleidungsindustrie sprach man von einer „verhalten positiven“ Entwicklung. Während die Textilindustrie im Umsatz um 4,2% schrumpfte, konnte die Modeindustrie noch ein Plus von 1,8% aufweisen. Hingegen konnten die Auslandumsätze in der Modeindustrie um 4,1% steigen, während sie in der Textilindustrie konstant blieben. Die Zahl der Beschäftigten entwickelte sich mit 0,6% ebenfalls rückläufig, wobei die Textilindustrie (-0,7%) stärker als die Bekleidungsindustrie (-0,1%) betroffen war. Die Branche fürchtet, dass die Talsohle aus 2010 erneut erreicht werden könnte, wenn sich die Euro-Krise und die unsichere wirtschaftliche Situation in Asien nicht zusehends bessere. Eine genaue Prognose für 2013 wagte man nicht, dennoch rechnet man mit einer weiteren Abschwächung der Umsätze und einem Rückgang der Beschäftigung.

Keiner will sie, die EEG-Umlage

Und statt Unterstützung durch die Politik zu erhalten, droht von dieser Seite weitere Belastung. Die Branche beklagt seit Jahren die steigenden Belastungen durch Strom- und Energiepreise, Abgaben und Steuern und fühlt sich durch die EEG-Umlage weiter in Bedrängnis. Generell will man einen „angemessenen Beitrag“ zur Energiewende leisten, dieser „dürfe jedoch nicht zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit einer Branche gehen, die mittelständisch strukturiert ist und mit einer Exportquote von über 40 % im europäischen und globalen Wettbewerb steht“. Schon in 2012 zahlten deutsche Unternehmen Spitzenstrompreise innerhalb der EU. „Die Grenze des Erträglichen ist für unsere Branche überschritten, zumal nur sehr wenige Unternehmen die Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen können“, findet der münsterländische Textilunternehmer Justus Schmitz. Unterstützung erhielten die Branchenvertreter aus NRW auf dem Branchengespräch von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD), der sich für eine grundlegende Reform des EEG einsetzt, und der IG Metall.

Foto: Zitex