Das M&A-Deal Barometer wird rot anlaufen, angesichts dieser Zahlen. Der britische Konzern Reckitt Benckiser hat dem Konkurrenten SSL ein Übernahmeangebot in Höhe von 3 Mrd. Euro gemacht. Zu SSL gehört neben der Kondommarke Durex auch der Schuhhersteller Scholl.

So sehen doch keine Gesundheitsschuhe aus! Scholl Sandalen haben endlich den Turnaround zu attraktiven Sandalen hinbekommen

Was wird die Übernahme durch Reckitt Benckiser für den „Vorreiter in Sachen Fussgesundheit“? Der Reckitt Benckiser Konzern ist eigentlich auf Konsumgüter spezialisiert und hierzulande für seine Marken Kukident, Sagrotan, Veet und Clearasil bekannt. Mit der Übernahme von SSL würde Rechit Benckiser auf 19 Kernmarken kommen und ihre Position in Japan und China deutlich stärken können. Den Kaufpreis von 2,54 Mrd. britischen Pfund, umgerechnet 3 Mrd. Euro, können die Briten schnell wieder reinholen, denn sie erwarten sich Kostensynergien von 100 Mio. Pfund jährlich. Die Erlöse sollen durch die Übernahme um mehr als ein Drittel auf 2,8 Mrd. Pfund steigen.

 

SSL hat 2009/10 einen Umsatz von 802,5 Mio. Pfund gemacht. Ihr Schlachtschiff ist die Kondommarke Durex, die nach eigenen Angaben weltweit einen Marktanteil von 30% hat. Scholl-Sandalen und orthopädische Schuhe passen allerdings nicht nahtlos in das Konsumgüter-Portfolio. Reckitt Benckiser Chef Bart Brecht hat Anfang des Monats erklärt, in Deutschland vor allem Unternehmen zu suchen, “die Pflegeprodukte herstellen”. Insofern ist zwar die Fusspflegesparte mit Sprays, Bimssteinen und Einlegesohlen (Party Feet) mit den neuen Eigentümern durchaus kompatibel. Was man mit der Sparte Schuhe und Sandalen passiert, ist offen. Dabei hatte es Scholl endlich geschafft, das biedere Image abzustreifen und richtig attraktive Gesundheitsschuhe herzustellen.