Die Gläubiger des Wäscheherstellers stimmten dem Sanierungsplan des Insolvenzverwalters Volker Grub zu. Damit steht dem Börsengang nichts mehr im Wege. Auch der Designer Wolfgang Joop kann dann endlich mit seinen Ideen für Feinripp-Couture loslegen.

Schiesser Underwear

Feinripp geht an die Börse

Am Donnerstag hat die Gläubigerversammlung in Konstanz dem Insolvenzplan für den Textilhersteller zugestimmt. Damit kann das Insolvenzverfahren für beendet erklärt werden, und der Weg an die Börse ist frei. Von den 495 Gläubigern waren 248 anwesend, von denen alle, bis auf einen, für die Börsenpläne votierten. Das Amtsgericht Konstanz muss den Insolvenzplan noch formell bestätigen. Der Beschluss sollte noch vor Jahresende erfolgen, wenn die zweiwöchige Einspruchsfrist gegen das Votum abgelaufen ist.

Der Insolvenzplan sieht vor, dass die Forderungen der Gläubiger, die sich insgesamt auf 67 Mio. Euro belaufen, größtenteils bis spätestens Ende 2012 gestundet werden. Der Insolvenzverwalter Volker Grub ist sich sicher, dass die Forderungen bei einem Börsengang mindestens zu 70%, wahrscheinlich aber zu 100% erfüllt werden können. Der Börsengang ist für das zweite Quartal 2011 anvisiert worden. Auch ohne Börsengang könnte Schiesser die Forderungen der Gläubiger in einem höheren Maße erfüllen, „als dies noch vor einem Jahr überhaupt denkbar war“, erklärte Grub. Schließlich schreibt der Feinripp-Hersteller schon seit einiger Zeit wieder schwarze Zahlen.

Ausschlaggebend für das Votum der Gläubiger war sicherlich auch die Kooperation mit dem Potsdamer Designer Wolfgang Joop, der Schiesser Unterstützung in Sachen Design, Produktentwicklung und Marketing zugesagt hat. Außerdem will Joop wohl selbst 15% der Schiesser-Anteile bei einem Börsengang erwerben.  Das macht die Börsen-Story natürlich viel attraktiver. Da nun alles in (fast) trockenen Tüchern ist, kann Joop, der vor einigen Wochen gegenüber dem Magazin Spiegel erklärte, dass er sich wie ein „wartendes Rennpferd im Stall“ vorkommt, endlich los gallopieren.