Schwierige Situation: Der Düsseldorfer Multilabel-Filialist muss laut Medienberichten einen Umsatzrückgang in 2014 verdauen. Die Umsätze schrumpfen obwohl es eigentlich einen Flächenzuwachs gab.

Die neue Filiale in der Mall of Berlin kann den Umsatzrückgang bei P&C nicht kompensieren

Die neue Filiale in der Mall of Berlin kann den Umsatzrückgang bei P&C nicht kompensieren

Immer noch milliardenschwer ist Peek & Cloppenburg Düsseldorf (P&C), aber der gravierende Wandel im Modehandel geht auch dem westdeutschen Traditionsunternehmen nicht spurlos vorbei. Laut einem Bericht der WirtschaftsWoche sank der Umsatz der 68 bundesdeutschen Fililalen im letzten Jahr von 1,35 auf 1,34 Mrd. Euro.

Jeder weiß, dass 2014 nicht unbedingt das beste Jahr für den deutschen Modehandel war. Aber bei einem großen Player hätte man mehr erwartet, gerade auch weil der Filialist in 2014 über eine deutlich vergrößerte Gesamtverkaufsfläche verfügte und eigentlich absolut wachsen hätte müssen. P&C hatte im letzten Jahr nicht nur ein neues Outlet in Oberhausen eröffnet (und eines in Duisburg geschlossen), sondern im Spätsommer 2014 auch eine rund 7.000 Quadratmeter große Filiale in der Mall of Berlin eröffnet. Gleichzeitig flossen die Umsätze der in 2013 eröffneten bzw. erweiterten Stores wie in Frankfurt (Skyline Plaza) bzw. Düsseldorf in 2014 erstmals ganzjährig in die Umsatzberechnungen. Wie hoch der flächenbereinigte Verlust ausfällt, kann nur geschätzt werden, ebenso wie der Gewinn. Wie die WirtschaftsWoche berichtete, teilte das öffentlichkeitsscheue Unternehmen, das seinen Abschluss nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht, nicht mehr mit, wie die EBITDA-Marge ausfällt. Angesichts gesunkener Umsätze und weitere Investitionen in neue Läden dürfte sie wohl unter der bisherigen (freiwillig mitgeteilten) Marge von 7% liegen.

Die Gründe für den Umsatzrückgang sind vielfältig -und liegen nicht nur im Markt

Neben den oben angesprochenen ungünstigen witterungsbedingten Rahmenbedingungen, die dem gesamten Handel zu schaffen machten, drücken zunehmende Online-Konkurrenz und schnelle Vertikale aufs Geschäftsmodell, das vom Teenie bis zur Oma alle glücklich machen will (und daran vielleicht scheitert). Gleichzeitig hadert das Unternehmen, das sich so vorbildlich mit seinem DfT-Award für den Design-Nachwuchs einsetzt, dann doch mit der eigenen Führungskultur. Ein „schönes“ (und lesenswertes) Unternehmens- und Familien-Portrait zeichnet die WirtschaftsWoche in ihrem Bericht „Wie P&C die Zukunft verpasst“.

Umsatz P&C Düsseldorf

Auf und Ab und wieder Ab: Umsatz von P&C Düsseldorf in den letzten Jahren

Foto: Archiv (DW), Graphik: Daten (Statista)